Muri

Pellets- statt Ölheizung für 100 Wohnungen: Dafür gibts den Freiämter Holzenergiepreis

Fabienne Huber, Natalie Abt, Peter Hägler, Agatha Wernli, Stefan Staubli (Präsident Holzenergie Freiamt) und Klaus Rey (von links) freuen sich bei der Vergabe des Holzenergiepreises 2018. Eddy Schambron

Fabienne Huber, Natalie Abt, Peter Hägler, Agatha Wernli, Stefan Staubli (Präsident Holzenergie Freiamt) und Klaus Rey (von links) freuen sich bei der Vergabe des Holzenergiepreises 2018. Eddy Schambron

Der Holzenergiepreis 2018 geht an die Klosterfeldstrasse für ihre Pelletsheizung.

Der Freiämter Holzenergiepreis 2018 geht an die Eigentümer von drei Liegenschaften an der Klosterfeldstrasse in Muri. Sie haben eine 40-jährige Ölheizung mit einer Pelletsheizung ersetzt, die 100 Wohneinheiten mit Wärme versorgt. Damit werden jährlich rund 140 Tonnen Heizöl eingespart.

Anstatt Öl werden nun rund 200 Tonnen Pellets pro Jahr verbrannt. Lukas Frei, Geschäftsführer von Holzenergie Freiamt, machte darauf aufmerksam, dass im Gegensatz zu Öl mit Holz CO2-neutral geheizt wird. «Von der Grössenordnung dieser Heizung wären diese Liegenschaften eigentlich auch für eine Holzschnitzelheizung prädestiniert. Schnitzel sind aber weniger homogen und auch nicht ganz so pumpfähig wie die Pellets.» Es sei also auch aus technischer Sicht sinnvoll und nachvollziehbar, dass hier die Wahl zugunsten der Pellets ausgefallen ist.

Mehrkosten lohnen sich

Weil die Eigentümer der Liegenschaften Klosterfeldstrasse 23 und 25, 33 bis 37 und 27 bis 31 eine zukunftsgerichtete Lösung mit einem erneuerbaren Energieträger wollten, nahmen sie auch die Mehrkosten von rund 200 000 Franken im Vergleich zur Ölheizung in Kauf. «Demgegenüber kann man aber stabilere Energiepreise stellen», machte Agatha Wernli als Vertreterin der Bauherrschaft deutlich.

«Zurzeit sieht es so aus, dass die Mehrkosten durch geringere Betriebskosten im Laufe der Jahre ausgeglichen werden. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf ungefähr 550 000 Franken. Die Anlage dürfte in etwa zwölf Jahren amortisiert sein, wie Peter Iten, Geschäftsführer Eichholzer Haustechnik AG, auf einem Rundgang erklärte. Der Feinstaub aus der Verbrennung wird mit hochwirksamen Filteranlagen unter dem Grenzwert gehalten, die Asche wird in Containern gesammelt und abgesaugt. Mit einer eher hohen Vorlauftemperatur eignet sich die Anlage auch besonders gut für die Warmwasseraufbereitung.

Holz in Hülle und Fülle

Über mangelnden Rohstoff muss man sich hierzulande keine Gedanken machen. Stefan Staubli, Präsident Holzenergie Freiamt, führte aus, dass im Freiamt gegenwärtig nur etwa 70 Prozent des Energieholzes genutzt wird. Insgesamt wachsen jedes Jahr auf 6200 Hektaren Wald rund 74 000 Kubikmeter Holz nach. Davon kann die Hälfte als hochwertiges Sägereirundholz für Bau, Konstruktion und Möbel genutzt werden, die andere Hälfte als Energieholz. Hinzu kommt, dass aus der Verarbeitung von Sägereirundholz Restholz anfällt, das für die Herstellung von Pellets verwendet werden kann. «Pellets werden nun seit rund 20 Jahren in der Schweiz produziert, und der Markt ist nach wie vor kontinuierlich am Wachsen.» Neben einer Anerkennungstafel für die Hauswand gab es zum Holzenergiepreis 2018 auch noch eine Gratis-Tonne Pellets.

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