Hägglingen
Peach Weber: «Das sind keine eingebildeten Pseudo-Gängster-Räpperlein»

Es ist der maximale Musikkontrast. In der Sendung «Cover Me» nächsten Montag wird Peach Weber den Rap-Song «Trampolin» der Luzerner Gruppe GeilerAsDu covern. Die Rapper versuchen sich im Gegenzug an Peachs Pilzli-Song.

Robert Benz
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Peach Weber am Jubiläum der Aargauischen Kantonalbank, sechs Monate jünger als heute...Emanuel Freudiger

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Emanuel Per Freudiger

Weber, als Komiker unter Sängern in der Sendung der Papagei im Wellensittich-Käfig, findet die Idee toll und das Cover der Rapper besser als seines.

Ist die Sendung «Cover Me» schon im Kasten!?

Ja, die Sendung wurde vor drei Monaten aufgezeichnet, also bitte nicht erschrecken, ich sehe da noch einiges jünger aus.

Wie verliefen die Dreharbeiten?

Die waren zwar sehr lang, drei Tage, aber in lockerer Atmosphäre und das Aufnahmeteam war genial. Die waren auch nach zehn Stunden noch so frisch wie am Anfang. Wohl unter Drogen.

16:9 kommt Ihnen vom Format her ja entgegen? Oder weshalb haben Sie mitgemacht?

64:9 wäre noch schöner, da hätte man richtig Platz! Nein, ich fand die Idee super, das ist eine Herausforderung, vor allem für einen musikalischen Stümper wie mich. Und ich
liebe solche Herausforderungen. Das sind Dinge, die man nicht oft macht.

Was dachten Sie, als man Ihnen die Luzerner Star-Rapper von GeilerAsDu vorgesetzt hat?

Ich war einfach gespannt auf das Stück. Als die Gruppe dann vor der Haustür stand, freute ich mich. Es war mir lieber, als wenn da ein etwas eingebildetes Pseudo-Gangster-Räpperlein gestanden hätte.

Kannten Sie die Rapper, oder ihren Song «Trampolin»?

Die Rapper kannte ich nicht, den Song muss ich wohl irgendwo mal gehört haben, wahrscheinlich nur einmal, aber gängige Refrains bleiben bei mir immer hängen. Ich bin ein Hit-Schnüffler, ich wette gerne gegen mich selber, ob etwas ein Hit wird oder nicht.

Wie gern covert ein Mann im fortgeschrittenen Alter mit grossem Haus, grossem Portemonnaie und grossem Swimmingpool einen gesellschaftskritischen Song?

Bitte bei der Aufzählung die Villa auf Mallorca, die Loft in New York und die Ranch in Argentinien nicht vergessen! Es ist doch so: Von oben sieht man die Probleme viel besser, deshalb sind wir Milliardäre prädestiniert, Gesellschaftskritik zu üben. Wir haben die Weisheit mit Löffeln gefressen. Zudem sprengt unsere Bescheidenheit und Demut jedes Mass. Ich bitte um mehr Respekt!

Wie sind die krassen Luzerner Rapper mit Ihnen umgesprungen? Und Sie umgekehrt mit ihnen?

Das war kein Problem: 36 Flaschen Bier und 5 Kilo Chips auf den Tisch, und dann ist Ruhe im Karton. Nein, das war locker und flockig.

Wieso hat Sie SRF nach Ihrem Song RAPunzel (1992) nicht folgerichtig mit einem Evergreen konfrontiert, wie es dem Konzept von «Cover Me» entsprechen würde?

1992, das müssen wir klar sehen, da lag der Rap noch in den Pampers, doch ich glaubte schon damals an diese Strömung. Somit kann man mich ruhig als Wegbereiter des Raps bezeichnen. Moment, muss mich kurz totlachen ...

Warum haben Sie den «Pilzli»-Song geschrieben?

Pilze finde ich wunderschön zum Anschauen, als Lebensmittel aber sind sie wortwörtlich zum K... Es ist effektiv so, dass mir schlecht wird davon.

Ist Ihnen bewusst, dass es Leute gibt, die seit dem Pilzli-Hit wirklich keine Pilze mehr essen?

Das sind sicher alles Leute, die Pilze vorher schon nicht mochten. Ich bin ein toleranter Pilzhasser. Es stört mich nicht, wenn andere rundherum das Geschlabber essen, meine Tochter zum Beispiel liebt die Dinger.

Gefällt Ihnen das Pilzli-Rap-Cover besser als Ihr eigener Song?

Ja, definitiv, die haben wirklich eine geile Version gemacht. Von meinem Cover bin ich nicht so überzeugt.

Wie heisst der Refrain Ihres nächsten Evergreens?

Ich habe im neuen Programm schon zwei, drei Songs, deren Refrain ein Ohrwürmchen werden könnte. Ich hüte mich aber, diese zu verraten, sonst kommt womöglich Kuno Lauener oder Polo Hofer und klaut sie.

Zum Abschluss bitte einen kleinen Vers zum Schweizer Fernsehen:

Bim Schwiizer Fernseh händ di oberschte Bosse / en bsondere Fernsehtag beschlosse / Si versuechid mol 24 Schtunde z’sände / ohni de Nik Hartmann oder Epiney z’verwände.