Wohler Kandidatenporträts

Paul Huwiler (CVP): «Ich kann Gemeindeammann»

Paul Huwiler ist seit 2006 Gemeinderat und seit 2010 Vizeammann – jetzt will er Gemeindeammann werden.

Paul Huwiler ist seit 2006 Gemeinderat und seit 2010 Vizeammann – jetzt will er Gemeindeammann werden.

Für den Gemeinderat Wohlen kandidieren acht Personen für fünf Sitze. Zu den fünf wiederkandidierenden Gemeinderäten kommen drei Neukandidierende. Die AZ stellt sie alle in kurzen Porträts vor. Dieses Mal: Paul Huwiler, CVP, 56, bisher Vizeammann.

Paul Huwiler sagt geradeaus, was für ihn Sache ist: «Seit Ende 2015 führe ich als Vizeammann den Gemeinderat. Ich musste mich damals blitzartig organisieren, vor allem auch beruflich. Mittlerweile weiss ich, dass ich das kann und mir die Arbeit auch Spass macht. Deshalb will ich die Chance packen, Gemeindeammann von Wohlen zu werden. Das könnte ich noch zwei Amtsperioden lang machen, bis zum Abschluss meiner beruflichen Karriere.»

«Man ist ein Stück weit Moderator»

Was war für ihn speziell in der neuen Rolle? «Es ist ein Lernprozess. Ein Stück weit ist man vor allem auch ein Moderator. Ich denke, dass mir das gelungen ist. Ich kann zuhören, ich bin nicht dogmatisch, sondern pragmatisch und habe insbesondere auch gelernt, wie wichtig es ist, Mehrheiten zu finden. Einem Gemeinderat nützen die kühnsten Träume und besten Ideen nichts, wenn es nicht gelingt, Mehrheiten für deren Umsetzung zu finden.

Huwiler sieht sich selber nicht als Dogmatiker, insbesondere bei der Schulraumplanung wurde aber genau ihm eine gewisse Sturheit vorgeworfen. Was sagt er dazu? «Stur bin ich ganz sicher nicht. Aber klar, ich arbeite zielgerichtet, wenn ich von einer Idee überzeugt bin und versuche, diese Idee umzusetzen. Das ist meiner Meinung nach eine wichtige Eigenschaft und gehört zur Führung.» Es sei zwar auch die Aufgabe eines Gemeindeammanns, motivierend zu wirken. Letztlich müsse er aber auch führen können.

Hat sich Wohlen in den vergangenen Jahren verändert? «Wohlen verändert sich laufend», sagt Paul Huwiler, «baulich ging es etwas länger, in anderen Orten ist der aktuelle Boom etwas früher losgegangen.» Die Gemeinde habe sich aber auch politisch entwickelt: «Die Debatten im Einwohnerrat sind sachlicher geworden. Ich wäre sehr froh, wenn das von Dauer wäre.» Man müsse und solle über Sachfragen intensiv diskutieren, findet der amtsälteste Wohler Gemeinderat. Aber Wohlen habe oftmals den Hang, Sachgeschäfte zu personifizieren. Das behage ihm nicht sonderlich. Umso mehr, als Vorlagen ja nie von einem Mitglied des Gemeinderates alleine beschlossen würden, sondern stets vom ganzen Gremium abgesegnet.»

Der Gemeinderat könne sich mit dem neuen Führungsmodell auf seine Kernaufgaben konzentrieren, hat auch Paul Huwiler bei der Präsentation der neuen Gemeindeordnung mehrmals betont. Wo sieht er diese Kernaufgaben?

Verwaltung setzt Entscheide um

«Der Gemeinderat schreibt künftig weder Vorlagen selber noch macht er PowerPoint-Folien. Er ist politisch tätig und legt fest, wie sich die Gemeinde entwickeln soll. Die betreffenden Entscheide werden dann von der Verwaltung umgesetzt.» Das neue Führungsmodell, sagt Huwiler, sei auch für die Verwaltung eine Chance: «Ich gehe davon aus, dass sie künftig professioneller geführt wird und die Arbeit so auch mehr Spass macht.»

Die Schwerpunkte sieht Paul Huwiler in den nächsten Jahren vorab bei der Schulraumplanung, dann beim Bahnhof und weiter beim Abarbeiten des Investitionsstaus der Gemeinde Wohlen. Ihm ist bewusst, dass das Geld kostet. Doch: «Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder, wir verschaffen uns Mehreinnahmen durch Steuererhöhungen oder Gebühren, oder wir müssen das Investitionsprogramm zusammenstreichen.» Entscheiden müsse der Stimmbürger. Er müsse sich, sagt Huwiler, dabei aber stets bewusst sein: «Wer sparen will, muss bereit sein, zu verzichten.»

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