Unglück

Passagier stoppte am Mutschellen Geisterbus

Der Reisebus-Chauffeur verstarb noch auf der Unfallstelle.

Der Reisebus-Chauffeur verstarb noch auf der Unfallstelle.

Ein Bus-Chauffeur sollte elf Juventus-Fans zum Match fahren, starb aber während der Fahrt an einem Herzinfarkt. Alle Mitreisenden hatten Riesenglück. Ein Bus-Passagier griff geistesgegenwärtig ein und stoppte das Gefährt.

Das 1:1, das Juventus Turin am Samstag im Stadio Giuseppe Meazza im Spitzenspiel gegen den AC-Milan erkämpft hat, wird einigen Fans wohl auch aus nicht sportlicher Sicht in Erinnerung bleiben.

Im Car eines Reichenburger Unternehmens, mit dem sie an den Match unterwegs waren, ereignete sich vor dem Heinrüti-Rank am Mutschellen eine Tragödie. Der 53-jährige Bus-Chauffeur erlitt kurz vor 12.30Uhr einen Herzinfarkt und sackte am Steuer zusammen.

Carfahrer stirbt während der Fahrt in Widen

Carfahrer stirbt während der Fahrt in Widen

Das bemerkte ein Passagier, der schräg hinter dem Fahrer sass. Er reagierte sofort und konnte mit seinem beherzten Eingreifen den Bus stoppen, bevor Schlimmeres geschah. Er und zehn weitere Juve-Fans aus dem für 84 Passagiere ausgelegten Bus kamen mit dem Schrecken davon. Der Chauffeur verstarb trotz sofortiger Reanimationsversuche von Sanitätern noch auf der Unfallstelle.

Hätte ins Auge gehen können

«Dieser Vorfall hätte ins Auge gehen können», sagt Max Suter, Mediensprecher der Kantonspolizei. Der für die Passagiere äusserst glückliche Ausgang beruhe einerseits auf dem schnellen und wirkungsvollen Eingreifen des Mitreisenden. Anderseits seien die Umstände auch günstig gewesen: «Der Bus fuhr vor der scharfen Kurve wohl mit einer sehr niedrigen Geschwindigkeit. Ich will mir nicht vorstellen, welche Konsequenzen ein solcher Vorfall auf der Autobahn gehabt hätte», erklärte Suter.

Regelmässige Gesundheitschecks

Busunfälle wegen medizinischer Probleme von Chauffeuren sind zwar selten, kommen aber doch hin und wieder vor. So am 3. Januar 2012 in einem Tunnel in Bregenz. Auch dort erlitt ein Buschauffeur einen Herzinfarkt. Der Leiter der Schweizer Reisegruppe konnte das Fahrzeug stoppen und ein Unglück verhindern.

Der Gesetzgeber ist sich der besonderen Verantwortung von Berufschauffeuren bewusst. Für sie gelten bezüglich Gesundheitszustand deutlich strengere Voraussetzungen als für normale Autolenkerinnen und -lenker. Zudem müssen sie sich regelmässigen Kontrollen unterziehen. Chauffeure mit einer Bewilligung für den berufsmässigen Personentransport haben bis zum 50. Altersjahr alle 5 Jahre einen umfassenden medizinischen Check bei einem Amtsarzt zu absolvieren. Chauffeure bis zum 70. Altersjahr müssen im Dreijahresturnus antreten, ab 70 Jahren gilt ein Zweijahresturnus.

Die medizinischen Mindestanforderungen, die ein Chauffeur zu erfüllen hat, sind dabei schweizweit klar festgelegt. Noch nicht einheitlich ist bisher der Kontrollmodus. Diesbezüglich sind jedoch Anstrengungen im Gang, die ärztliche Pflichtuntersuchung für Berufschauffeure landesweit zu harmonisieren.

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