Bremgarten
Parteien wollen Badi-Preise etappenweise erhöhen

Die Eintrittspreise für die Badi Bremgarten sollen erhöht werden. Die FDP und SVP sind dagegen, sie möchten die Eintrittspreise langsam ausloten. Die Gmeind wird über zwei Preismodelle entscheiden.

Dominic Kobelt
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Das Hallenbad wird zurzeit renoviert – die Eintrittspreise werden künftig steigen.

Das Hallenbad wird zurzeit renoviert – die Eintrittspreise werden künftig steigen.

sl

Das Ziel, das Hallen- und Freibad Isenlauf kostendeckend zu führen, stösst in Bremgarten auf Zustimmung und Unterstützung. Nur der Weg, den der Stadtrat einschlägt, ist umstritten. Er möchte die Eintrittspreise massiv erhöhen, besonders für Auswärtige (az vom 28. Oktober). Als Auswärtige zählen Gäste von Gemeinden, die keine Beiträge an den Unterhalt zahlen. In einer ersten Anfrage hatten Berikon, Fischbach-Göslikon, Oberlunkhofen, Unterlunkhofen, Zufikon und Wohlen Bereitschaft signalisiert, das Reussstädtchen zu unterstützen. Für alle anderen würde es teuer: Erwachsene zahlen anstatt 6 neu 12 Franken für einen Einzeleintritt ins Freibad, einen Franken mehr fürs Hallenbad. Ein 12er-Abo (Erwachsene) schlägt von 60 auf 140 Franken auf. Ein Sommerabo gibt es für 370 Franken, ein Winterabo für 560 Franken.

Auch Einheimische würden mehr bezahlen, der Aufschlag ist aber geringer. Ein Einzeleintritt ins Freibad würde beispielsweise 8 Franken kosten, also 2 Franken mehr als bisher.
An der Gemeindeversammlung vom kommenden Donnerstag wird über das neue Tarifsystem abgestimmt. CVP, SP, Läbigs Bremgarten und GLP möchten mit einem Antrag erreichen, dass die Preise schrittweise erhöht werden. So würde für Einheimische der Besuch im Freibad Fr. 6.50 kosten, ab 2019 dann 7 Franken und ein Jahr später 8 Franken. Dies nur, wenn das Anheben der Preise nötig wird – so möchte man die Schmerzgrenze langsam ausloten.

Weiter fordern die Parteien einen Familienrabatt für Einheimische von 20 % bei den 12er- und Saisonabonnements. Und AHV-Bezüger sollen weiterhin von ermässigten Preisen profitieren – dies war im Vorschlag des Stadtrats nicht mehr vorgesehen.

FDP und SVP dagegen

Zur Begründung schreiben die Parteien: «Es kann nicht sein, dass die Badi Bremgarten auf einen Schlag zur teuersten Badi der Schweiz mutiert und der Bremgarter Steuerzahler das gesamte Risiko für eine solche Hoch-Risiko-Strategie tragen soll.» Die Initianten befürchten, die Badi würde mit dem Stadtratsvorschlag noch grösseren Verlust einfahren, als sie dies heute schon tut. Würden die auswärtigen Besucherzahlen um mehr als 50 % zurückgehen, würde das bedeuten, «dass sich die Massnahme, finanziell gesehen, sogar kontraproduktiv auswirken könnte».

Die FDP und SVP unterstützen die Vorlage des Stadtrats: «Im Zusammenhang mit der Renovierung hat es eine Umfrage in der Bevölkerung gegeben, die Bremgarter sind einverstanden mit der massiven Preiserhöhung», sagt Stefan Hausherr, Präsident der FDP Bremgarten. Ueli Christen, Kassier der SVP Bremgarten, verweist auf den Auftrag, den der Stadtrat gefasst hat, nachdem ein erster Kredit für die Renovation abgelehnt wurde: «Der Betrieb muss kostenneutral geführt werden. Die Badi ist ein Loch ohne Boden, es kann ja nicht sein, dass die Bremgarter immer drauflegen.» Klar seien die Eintrittspreise für Auswärtige happig, so hätten die Gemeinden aber einen grösseren Anreiz, einen Beitrag zu leisten. «Und verglichen mit einem Skiwochenende oder anderen Freizeitaktivitäten ist es durchaus vertretbar», sagt Christen.