Als der erste richtige Schnee fiel, erlebten viele Besucherinnen und Besucher des Freiämter Hausbergs Horben buchstäblich ihr weisses Wunder: Auf der Strasse ging nichts mehr, und der Gemeindeammann der Gemeinde Beinwil, Albert Betschart, sah sich sogar gezwungen, kurzfristig die Strasse einseitig zu sperren. Starker Ausflugsverkehr ist aber auch sonst ein Thema auf dem Horben. Diskutiert wird immer wieder die Bewirtschaftung der Parkplätze durch die Alpwirtschaft.

Alle wollten mit ihren Kindern raus in den Schnee. Eine Fahrt auf den Horben liegt nahe – nicht nur wegen der beliebten Alpwirtschaft, sondern auch wegen der Möglichkeiten, Langlauf zu betreiben, zu schlitteln oder sich als Ski- und Snowboardfahrer mit einem Lift hochziehen zu lassen. Beim ersten grossen Schneefall dieses Jahr ging aber nichts mehr: «Weil nicht alle ihr Fahrzeug auf den Parkplätzen richtig abgestellt hatten, kam plötzlich der Schneepflug nicht mehr durch», sagt Betschart. Da der Boden nicht gefroren war, getrauten sich viele Autofahrer nicht, richtig in die Parkplätze auf der Wiese reinzufahren.

Dadurch ragten Autohecks in die Strasse. «Unten in Brunnwil kamen Automobilisten nicht mehr die Strasse hoch und montierten teilweise Ketten, andere versuchten, auf halbem Weg umzukehren, und blieben bei diesem Manöver im Schnee stecken. Und von oben wollten die ersten Rückkehrer runterfahren.» Betschart sorgte deshalb mit einer gut zweistündigen Strassensperrung Richtung Horben dafür, dass der Verkehr und damit auch der Pflug talwärts fahren konnte. «Nachher, so nach 15 Uhr, lief der Verkehr wieder.»

Keine breitere Strasse

Diese Situation ist selten. Aber an schönen Wochenenden erlebt der Horben sehr oft sehr viel Verkehr. «Eine Verbreiterung der Strasse ist kein Thema», unterstreicht Betschart, «das können wir uns nicht leisten.» Abgesehen davon würde er es nicht als sinnvoll erachten, diese Gemeindestrasse auszubauen. «Dann hätten wir noch mehr Schwerverkehr über den Horben.»

Die Erschliessung des Ausflugsziels mit öffentlichem Verkehr ist immer wieder einmal ein Wunsch, aber in absehbarer Zeit wohl nicht realistisch. Hingegen könnte sich Betschart vorstellen, dass mit einer Parkplatzbewirtschaftung auf dem Horben die Parkierungsprobleme gemildert werden könnten. «Mit einer Parkgebühr, die beispielsweise bei einer Konsumation in der Alpwirtschaft angerechnet würde, wäre wahrscheinlich auch eine einfache, begrünte Befestigung der Parkplätze finanzierbar.» Die Parkplätze werden von der Alpgenossenschaft Horben zur Verfügung gestellt und unterhalten.

Immer wieder Thema

«Die Bewirtschaftung der Parkplätze haben wir schon hundertmal besprochen», erklärt Willi Köpfli, Präsident der Alpgenossenschaft Horben. Aber für ihn ist sie eine zweischneidige Sache. «Im Vorstand gibt es Mitglieder, die das befürworten, ich bin da aber eher dagegen. Wir wollen die Leute nicht verärgern.» Köpfli befürchtet, dass bei einer Bewirtschaftung der Parkplätze die Nachbarn überall Autos im Land haben.

Da es sich um eine Durchgangsstrasse handelt, würden manche einfach sagen, sie würden durchfahren – und dann ihr Auto irgendwo abstellen. Auch wenn die meisten eine Parkgebühr anstandslos zahlen würden, gäbe es doch einen nicht zu unterschätzenden Anteil von Automobilisten, die dann wild parkieren würden. «Heute ist die Alpgenossenschaft sehr grosszügig, wir geben praktisch allen einen Parkplatz, auch wenn sie die Alpwirtschaft nicht besuchen», führt Köpfli aus.

Er räumt ein, dass die Parkplatzbewirtschaftung für die Genossenschaft ein Geschäft sein könnte. «Aber wir hätten auch viele verärgerte Leute», äussert er seine persönliche Meinung. «Am Schluss machen wir mit der Bewirtschaftung fast etwas Negatives, und das wollen wir nicht.» Für Stefan Villiger, Wirt in der Alpwirtschaft Horben, ist die Parkplatzbewirtschaftung eine prüfenswerte Option. «Die Parkgebühr könnte man mit der Konsumation im Restaurant wieder vergüten. Das ist heute bei fast allen Ausflugszielen so.» In der Regel sei das Parkieren auf dem Horben aber kein Problem, zumal bei passendem Wetter auch die Weide als Parkfläche genutzt werden könne.