Bremgarten
Papa Diego verkauft am Markt Marroni nach alter Tradition

Wenn es heute wieder zahlreiche Besucher an den historischen Markt in Bremgarten zieht, wird auch Marroni Papa Diego in der Gasse stehen. Seit elf Jahren hat er seinen Marroni-Stand am Mark und gehört damit schon fast zum Inventar.

Andrea Marthaler
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Dieter Schmitz alias Marroni Papa Diego bietet ganz besondere Marroni feil
10 Bilder
Nach dem Einschneiden werden die Marroni zwei Stunden in Wasser eingeweicht
Das Einweichen ist wichtig, damit die Marroni nicht austrocknen
Marroni Papa Diego brät seine Marroni in einer traditionellen Marroni-Trommel
In der Trommel werden die Marroni schön regelmässig gebraten
Grosse Hitze und viel Zeit benötigt diese Art der Marroni-Zubereitung
Ständig muss jemand die Trommel drehen
Dafür ist immer ausreichend Glut und Flammen nötig
Herbstmarkt in Bremgarten
Nach 20 Minuten Bratzeit können die Marroni verkauft werden

Dieter Schmitz alias Marroni Papa Diego bietet ganz besondere Marroni feil

zvg

Wenn es heute wieder zahlreiche Besucher an den historischen Markt in Bremgarten zieht, wird auch Marroni Papa Diego in der Gasse stehen. Seit elf Jahren hat er seinen Stand am Mark und gehört damit schon fast zum Inventar. Er röstet Marroni nach traditioneller Art in einer Eisentrommel über dem offenen Feuer. Dabei ist es Zufall, dass er auf dieses Handwerk gestossen ist. Er stammt aus einer Musikerfamilie, mit Marroni hatte zuvor keiner etwas am Hut.

Entdeckt hat Dieter Schmitz, wie Marroni Papa Diego im richtigen Leben heisst, diese Art der Marroni-Zubereitung in der Westschweiz. Als Besitzer der Bremgarter Vinothek Wine&Art besuchte er einen seiner Weinproduzenten und half im Herbst beim Wümmet. «Als wir von der Ernte zurück ins Weingut kamen, wurden dort in einer drehbaren Trommel über dem Feuer Marroni gebraten», erinnert sich Schmitz. «Nie zuvor hatte ich jemals so gute Marroni gegessen.» Diese Zubereitungsart hat ihren Ursprung im Mittelalter und ist aus Oberitalien ins Tessin und ins Wallis gebracht worden.

Idee für Markt kam spontan

Schmitz liess es sich nicht nehmen, einmal selber die Trommel zu drehen. Damit die Marroni schön gleichmässig braun werden, müssen sie ohne Unterbrechung in der Trommel durchgemischt werden. «Beim Drehen hatte ich die Idee, dass ich genau das am nächsten historischen Markt in Bremgarten machen möchte.»

Dieter Schmitz alias Marroni Papa Diego bietet ganz besondere Marroni feil
10 Bilder
Nach dem Einschneiden werden die Marroni zwei Stunden in Wasser eingeweicht
Das Einweichen ist wichtig, damit die Marroni nicht austrocknen
Marroni Papa Diego brät seine Marroni in einer traditionellen Marroni-Trommel
In der Trommel werden die Marroni schön regelmässig gebraten
Grosse Hitze und viel Zeit benötigt diese Art der Marroni-Zubereitung
Ständig muss jemand die Trommel drehen
Dafür ist immer ausreichend Glut und Flammen nötig
Herbstmarkt in Bremgarten
Nach 20 Minuten Bratzeit können die Marroni verkauft werden

Dieter Schmitz alias Marroni Papa Diego bietet ganz besondere Marroni feil

zvg

Gesagt, getan. Schon im darauf folgenden Jahr hatte Marroni Papa Diego einen eigenen Stand – den Namen wählte er, weil sein Vater Dietrich an seinem Alterswohnsitz im Tessin stets nur Diego genannt wurde. Die Trommel liess er sich von einem alten Schlosser in Martigny bauen.

Im historischen Gewand steht Schmitz auch dieses Wochenende am Stand, gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Susi Russenberger und mit Franky Weber. Dabei demonstrieren sie das ganze Handwerk, vom Einschneiden der Edelnüsse bis zum Braten über der ebenfalls extra angefertigten Feuerschale. Meistens bildet sich in der Zwischenzeit eine Warteschlange vor dem Marronistand. Denn nur schon das Braten in der Trommel dauert 20 Minuten. Zwischen jedem Durchgang muss zudem wieder Holz nachgelegt werden, um immer genügend Glut und Flammen zu haben. «Ich könnte deutlich mehr Marroni verkaufen, als ich anbieten kann», bedauert Schmitz, «doch weil immer jemand drehen muss, sind wir für eine zweite Trommel zu wenig Leute.»

Früher noch mit Rebholz

Dafür bleibt genügend Zeit für Gespräche. «Die Leute fragen mich zum Beispiel immer wieder, weshalb ihre Marroni im Ofen austrocknen, meine aber nicht», sagt Schmitz. Sein Trick: Er legt die zuvor eingeschnittenen Nüsse für zwei Stunden ins heisse Wasser. Auf ein weiteres Detail beim Zubereiten seiner Marroni verzichtet er aber seit einigen Jahren.

Zu Beginn verfeuerte er Rebholz, das er extra aus der Westschweiz holte. «Das gab noch einen feineren Geschmack.» Dafür seien ihm der Aufwand und die Kosten aber mittlerweile zu hoch. Erst recht, seit die Marroni beim Einkauf noch teurer geworden sind. «Ich bin schon zufrieden, wenn nach einem Anlass genügend übrig bleibt, dass es für ein Znacht auswärts reicht.» Weil er die Preise möglichst nicht noch weiter anheben will, sei selbst dies aber nicht immer der Fall.