Das Sterben gehört zum Leben. Auch die letzten Monate, Wochen, Stunden des Lebens sollen menschenwürdig und so selbstbestimmt wie möglich sein. Die sogenannte Palliative Care, also die Betreuung auf dem letzten Abschnitt des Lebens, hat in der Pflegi Muri eine besondere Bedeutung. Mit einem öffentlichen Impulstag am Dienstag, 12. September, will die Institution alle Interessierten – Angehörige wie Fachleute – über die Wichtigkeit dieser Betreuung informieren.

Eine einfühlsame und spezielle Betreuung Sterbender erfolgt in der Pflegi auf allen Abteilungen. Aber für Bewohnerinnen und Bewohner, die besondere Hilfe benötigen, stehen fünf Hospiz-Betten zur Verfügung. «Hier geht speziell ausgebildetes Personal auf die Bedürfnisse dieser Menschen in der letzten Lebenszeit ein», erklärt Daniela Foos, Pflegefachfrau Palliative Care.

Hier können auch Angehörige bleiben und Abschied nehmen. «Für die meisten sterbenden Menschen ist es der grösste Wunsch, nicht allein zu sein, von der Familie Abschied nehmen zu können, vielleicht nochmals reinen Tisch zu machen oder Unklarheiten zu bereinigen.» Diesen Raum will die Palliative Care der Pflegi bieten, neben medizinischen, pflegerischen Behandlungen und der geistig-spirituellen Unterstützung durch Seelsorger oder der Psychologin. «Es gilt, auch in dieser Situation die Lebensqualität so weit wie möglich zu fördern.»

Immer wichtiger

Die Begleitung von Menschen in der allerletzten Lebensphase gewinnt in der Pflegi an Bedeutung. «Die Menschen können dank der Spitex lange zu Hause bleiben. Viele kommen erst zum Sterben zu uns», erklärt Foos. Hinzu kommt die demografische Entwicklung: Der Anteil der alten und sehr alten Menschen in der Gesellschaft wird weiter zunehmen. Die Hospiz-Betten sind aber ebenso für jüngere Menschen, die im Sterben liegen, offen.

Schliesslich bekennt sich die Pflegi auch zum selbstbestimmten Sterben. Konkret heisst das, dass sie die Türen der Sterbehilfeorganisation Exit nicht verschliesst, wenn eine Bewohnerin oder ein Bewohner diesen Wunsch äussert. Die Spezialisierung in der Palliative Care in einer grossen Institution wie der Pflegi (und auch im Reusspark in Niederwil) mache Sinn. «Normale Altersheime können dies kaum leisten, ihnen fehlt es an der entsprechenden Infrastruktur und dem spezialisierten Personal», sagt Foos.

Sieben Referate

Mit dem Impulstag Palliative Care am Samstag, 12. September, in der Pflegi Muri werden verschiedene Aspekte der letzten Lebensphase beleuchtet. Fachpersonen vermitteln in insgesamt sieben halbstündigen Referaten auf allgemein verständliche Art viel Wissenswertes. Themen wie «Wenn bei Schmerzen Medikamente nicht ausreichend sind» oder die ärztliche Betreuung am Lebensende, «wo weniger mehr sein kann», werden genauso beleuchtet wie Rituale rund um Sterben unter dem Titel «Und jetzt kommt auch noch der Pfarrer».

Mitglieder der Fachgruppe Palliative Care der Pflegi Muri stehen den Teilnehmenden für weiterführende Auskünfte als Ansprechpersonen zur Verfügung. Die Detailinformationen zum öffentlichen und kostenlosen Impulstag «Palliative Care» sind auf www. pflegimuri.ch zu finden.

Impulstag Palliative Care, Pflegi Muri, Samstag, 12. September, 10.30 bis 16.30 Uhr, Raum der Begegnung, Stockwerk D. Die Referate sind öffentlich und allgemein verständlich gehalten.