Muri

Päcklipost unter dem Boden: Murianer Unternehmen liefert technisches Know-how

© Eddy Schambron

Die Antrimon Group wird Mitaktionär einer Schweizer Päcklipost unter dem Boden. Die Cargo Sous Terrain AG verfolgt das Ziel, Güter unter dem Boden schnell und voll automatisiert zu transportieren.

Wenn der Murianer Unternehmer Stefan T. Schimon vom Projekt Cargo Sous Terrain (CST), sozusagen einer schnellen und vollautomatisierten Päcklipost unter dem Boden, spricht, ist ihm die Begeisterung anzuhören.

«Mit dem unterirdischen Transport von Gütern ist CST in der Lage, stets schnell, zuverlässig und pünktlich zu liefern – was den heutigen Logistikern bei zunehmendem Verkehr und Stau immer weniger gelingen kann. Und mit der Zunahme des Onlinehandels wird sich diese Problematik noch akzentuieren», sagt der Gründer der Antrimon AG, die als führend in Mechatronik gilt, also dem Zusammenwirken von Mechanik und Maschinenbau mit Elektronik und Informatik.

Neben Hauptinvestoren wie Coop und Migros, CS, Helvetia und Mobiliar kommt sein Unternehmen von der technischen Seite her ins Projekt. Wägeli mit Gütern werden, so der Plan, ab 2030 auf einer ersten Teilstrecke 20 bis 40 Meter unter der Erdoberfläche hin- und herfahren und an Hubs in Industrie- und Logistikzentren oder in Städten entladen, wo die Feinverteilung erfolgt.

Die erste Teilstrecke soll zwischen Härkingen und Zürich realisiert werden. «Ich engagiere mich bei Cargo Sous Terrain nicht nur, weil ich von der Idee überzeugt bin, sondern weil wir das entsprechende Know-how einbringen können und weil mit diesem Langzeitprojekt die Antrimon Group längerfristig in die Zukunft geführt werden kann.»

Vor grossen Veränderungen

Und die sieht anders aus als heute: «Technologisch wird sich die Welt extrem verändern.» Maschinen und mechanische Geräte werden zum Beispiel «intelligent», vernetzt und oft autonom funktionierend sein.

Oder eben unterirdisch emissionsfrei Waren verteilen. «Im Projekt Cargo Sous Terrain bündeln sich unsere Kompetenzen», freut sich Mechatroniker Schimon, «mit unserem Fachwissen können wir viel zum Erfolg beitragen.»

Die Schweiz setze sich mit dem Projekt technologisch an die Spitze. «Damit können wir unseren Vorsprung als innovativstes Land der Welt noch vor den USA weiterhin sichern.»

Das Ausland zeige entsprechend viel Interesse, nicht von ungefähr seien im Commitment zugunsten CST auch der französische Infrastrukturentwickler Meridiam und die Dagong Global Investment Holding Group aus China mit im Boot. «Funktioniert CST in der Schweiz, wird es auch beispielsweise in der von Smog geplagten 15-Millionen-Stadt Schanghai mit einer Fläche von 6340 Quadratkilometern funktionieren. Oder in allen anderen Grossstädten.»

Selbstverständlich, so ist Schimon überzeugt, ist das Engagement auch für die Antrimon Group aus Muri von Vorteil. «Neben Zukunftssicherung und internationaler Reputation hilft CST mit, uns in der Führungsposition in Sachen Mechatronik zu behaupten und zu entwickeln.» Nicht zu unterschätzen sei die damit zusammenhängende Erschliessung neuer Betätigungsfelder und die Vernetzung mit weiteren Unternehmungen.

Zufall spielte mit

Schimon kam ziemlich zufällig zu CST: Peter Kupferschmid, Geschäftsführer von Gotthard 3 in Muri, befand sich im Herbst an einem Bankenanlass und vernahm vom Projekt Cargo Sous Terrain. «Er rief mich an und meinte, das sei eine ganz spannende Sache, wir könnten da viel beitragen.» Aber wie das so sei: «Ich legte die Idee mal auf die Seite, wir haben viele Projekte, die wir verfolgen.»

Im Dezember doppelte Kupferschmid nach mit der Bemerkung, ein Treffen könne ja nicht schaden. «Kurze Zeit danach waren wir in Basel zu einer Unterredung, bis Anfang Januar mussten wir uns entscheiden», lacht Schimon, «meine Frau hatte nicht so viel Freude, dass ich über die Weihnachtstage so viele Papiere durchlesen musste.»

Jetzt wird die Antrimon Group Aktionär bei CST. «Das wird sich auch positiv auf den Standort Muri auswirken», ist der Inhaber überzeugt, «und weitere Arbeitsplätze schaffen.»

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