Oberlunkhofen

Osteuropäische Kleidersammlungsstelle: «Es braucht Herzblut und Platz»

Lydia Grod mit einigen Kleidergaben, die demnächst nach Osteuropa transportiert werden. sl

Lydia Grod mit einigen Kleidergaben, die demnächst nach Osteuropa transportiert werden. sl

Die 75-jährige Lydia Grod sucht eine Nachfolgerin für ihre Osteuropa-Kleidersammlungsstelle. Gefragt ist vor allem Platz – nicht nur Kleider und Bettwäsche liegen momentan im Wohnhaus der Grods.

Rund zehn Jahre hat Lydia Grod die Kleidersammlung «Triumph des Herzens» betreut. Dies mit tatkräftiger Unterstützung von Ehemann Guido Grod. Jetzt möchte das in Oberlunkhofen wohnende Paar die regionale Sammelstelle in neue Hände legen. Bis zum 10. August soll die Nachfolge geregelt sein.

«Gesucht wird eine Person, die sich mit Herzblut engagiert für arme Menschen in Osteuropa und die zudem über genügend Platz verfügt», sagt Lydia Grod.

Freien Platz brauche es schon, um die vielen Waren zwischenzulagern, die jeweils im Wohnhaus der Familie Grod eintreffen, danach zwei- bis dreimal jährlich von einem Kleinbus in die Ostschweiz gebracht und von dort aus, zusammen mit vielen andern Hilfsgütern, per Sattelschlepper in osteuropäische Länder transportiert werden.

Kleider, Plüschtiere, Bettwäsche

Aus der Region Kelleramt und dem Oberfreiamt gelangen in erster Linie gebrauchte, saubere Kleider ins Wohnhaus der Grods. Auch Plüschtiere und neuwertige Kinderspielsachen, Betten und Bettwäsche sowie neuere, funktionstüchtige Gebrauchsgegenstände werden abgeliefert.

Grosse Freude bereiteten Lydia Grod jeweils gestrickte Kinderpullover und andere Kleider aus Wolle, die eine Frauengruppe aus Boswil regelmässig anfertigt.

Den Draht zu «Triumph des Herzens» fand Lydia Grod vor zehn Jahren in der Pfarrkirche Oberlunkhofen. Im Gottesdienst erzählte Pater Rolf-Philipp Schönenberger über diverse Projekte dieses christlichen Hilfswerks in der Ukraine, in Rumänien und Russland.

Eines der Projekte, die Kleidersammlung für bedürftige Menschen in osteuropäischen Ländern, benötige möglichst viele regionale Stützpunkte, teilte der Pater mit. Die Grods beschlossen, einen solchen Stützpunkt aufzubauen.

«Kleine Ausflüge wären schön»

«Ich bin jetzt 75-jährig und Guido wird bald 80», sagt Lydia Grod, «wir möchten kürzertreten und die Kleidersammlung abgeben.» Langeweile komme im Haus Grod bestimmt nicht auf.

Lydia Grod verweist auf ihren grossen Garten mit Pflanzen, Tomaten und anderem Gemüse, auf die zweimal täglichen Spaziergänge mit Hund Mogli, auf die regelmässigen Besuche von Bekannten in den Pflege- und Alterszentren Muri, Bremgarten und Reusspark Gnadenthal.

«Es wäre schon schön, wenn wir zwei vermehrt Zeit für gemeinsame kleine Ausflüge hätten», sinniert sie. In der Region sind die Grods bestens bekannt. Guido und Lydia Grod betreuten einst die Raiffeisenkasse und halfen tatkräftig bei deren Ausbau zur Regionalbank Oberlunkhofen mit.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1