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«Ortsbus muss billiger sein als ein Parkplatz»

Bevölkerung entwickelt an einem Workshop neue Ideen – unter anderem ein günstiges Probe-Abonnement.

In Wohlen soll das Orts- und Regionalbusnetz ab Dezember 2012 dichter geknüpft werden. Der Gemeinderat wollte vom Volk wissen, wie es das erweiterte Angebot beurteilt, und lud dieses zu einem Workshop ins Casino ein. Über 30 Frauen und Männer nahmen daran teil.

Nach der Diskussion in den einzelnen Arbeitsgruppen zeigte sich: Das bessere Angebot kommt überall gut an. Aber der Ortsbus muss billiger sein als der günstigste Autoparkplatz.

Beim Bahnhof sollte eine elektronische Anzeigetafel installiert werden, damit die Benützer des öffentlichen Verkehrs schnell wissen, welchen Bus sie benützen müssen, um an ihr Ziel zu gelangen. Gefordert wurde zudem auch eine Anlaufstelle.

Linie in die Niedermatten fehlt

Auf der Wunschliste steht auch eine Busverbindung zu den Sportanlagen in den Niedermatten. Diese fehlt heute noch. Schon die Schuljugend sollte über das Busangebot informiert werden, hiess es weiter.

Wer heute noch nicht mit dem Bus fährt, sollte mit einem günstigen Probe-Abonnement zum Umsteigen bewegt werden. Es wurde auch eine preisgünstige Mehrfahrtenkarte für Neuzuzüger vorgeschlagen.

Die Einführung des verbesserten Busangebotes solle zudem mit einem Paukenschlag angekündigt werden: mit einem «Tag des offenen Ortsbusses». Viel zu wenig bekannt sei, hiess es, dass man für den Bus nicht extra ein Einzelbillett lösen muss. Eine Zonenkarte genügt. Diese gilt nämlich für jedes öffentliche Transportmittel.

Kontrovers wurde über die Frage diskutiert, ob man beim Nachttaxi den Aufschlag von fünf Franken beibehalten oder diesen abschaffen sollte.

Es bildeten sich zwei Meinungen heraus: Die älteren Busbenützer bezahlten den Aufschlag gerne, wenn sie das Taxi dafür vor die Haustüre und nicht nur bis zur nächsten Bushaltestelle bringe. Die Jungen hingegen wären froh, wenn sie keinen Aufschlag berappen müssten.

Volk hat es in der Hand

Die eingegangenen Vorschläge aus dem Workshop werden nun in der bestehenden Arbeitsgruppe gesichtet und allenfalls ins neue Konzept eingearbeitet. Das teilte Patrick Zingg, Leiter der Filiale Aarau der Postauto Schweiz AG, mit. Die Busbenützer selber entscheiden laut Zingg, ob das neue Busangebot Bestand haben wird. «Wenn sie darauf anspringen, bleibt es. Im anderen Fall nicht.»

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