Wohlen
Ortsbürger sollen an die Imagepflege denken

Der Gastreferent Markus Dieth, Gemeindeammann in Wettingen, warb an der Ortsbürgergemeindeversammlung für die Bewahrung einer alten Tradition.

Jörg Baumann
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Der Wettinger Gemeindeammann Markus Dieth setzte sich für die Erhaltung der Ortsbürgergemeinden ein. BA

Der Wettinger Gemeindeammann Markus Dieth setzte sich für die Erhaltung der Ortsbürgergemeinden ein. BA

Jörg Baumann

Die Ortsbürgergemeinden seien nach wie vor ein stabiler Faktor in unserem Gemeindesystem, stellte der Wettinger Gemeindeammann Markus Dieth an der Ortsbürgergemeindeversammlung in Wohlen fest. Diese könnten nicht aufgelöst werden, es sei denn, dass sie dies von sich aus machten. Dem müsse man entgegenwirken.

Den Ortsbürgergemeinden drohten Gefahren bei finanziellen Problemen und wenn der Zweck nicht mehr erkennbar sei oder die Zahl der Mitglieder zu stark absinke, führte Dieth weiter aus. «Die Ortsbürgergemeinde darf nicht zum Selbstzweck werden.» Vielmehr müsse sie sich mit der Waldbewirtschaftung und der Kulturförderung im Bewusstsein der Bevölkerung halten. Im Namen des Ortsbürgerverbandes Aargau forderte Dieth die Ortsbürgergemeinden auf, heimatliche Führungen und Veranstaltungen durchzuführen und die Imagepflege nicht zu vergessen.

Ortbürgervorsteher und Gemeinderat Ruedi Donat teilte an der von Vizeammann Paul Huwiler geleiteten Versammlung mit, dass die Wetterstation im Sommer revidiert und an den neuen Standort auf dem Gemeindehausplatz verschoben werde. Im Herbst werde die Wetterstation eingeweiht. Donat wies darauf hin, dass sich die Ortsbürgergemeinde auch 2015 stark im Liegenschaftsunterhalt und in der Kulturförderung engagiert habe. Die Verwaltungs- und Forstrechnungen schlossen mit einem Überschuss ab. Die Hälfte der Holzproduktion ging in die Herstellung von Hackschnitzeln für Heizanlagen. Die Brennholzpreise sanken 2015 laut Donat um bis zu 21 Prozent. Mit dem Verkauf der rentablen Hackschnitzel habe man das kompensieren können.

Nicht blenden lassen

Mit einem Zwischenruf machte sich der Finanzkommissionspräsident Ernst Hochstrasser bemerkbar. In seiner Amtszeit sei der Rechnungsüberschuss seit 2012 halbiert worden. Wenn man die Kurve extrapoliere, lande die Ortsbürgergemeinde in vier Jahren im Minus, was er nicht hoffe. Die Ortsbürgerinnen und Ortsbürger sollten sich nicht vom Millionenvermögen blenden lassen, sagte er. Dieses habe der Kanton der Ortsbürgergemeinde über Nacht durch «buchhalterische Zwangsmassnahmen» – sprich durch ein neues Rechnungsmodell» – beschert.

Aufnahmebedingungen lockern

Die Versammlung stimmte dem revidierten Ortsbürgerreglement zu. Mit diesem werden die Fristen für die Aufnahme in die Ortsbürgergemeinde deutlich verkürzt. Die Einbürgerung ist in Zukunft unentgeltlich. Die bisher gültige Gebühr wurde gestrichen. Nach dem obligaten Waldumgang sammelte Revierförster Leonz Küng Unterschriften für die kantonale Waldinitiative. Diese fordert bessere Abgeltungen der von den Waldbesitzern erbrachten gemeinwirtschaftlichen Leistungen. Den Ortsbürgern wurde die neu gestaltete Waldkarte verteilt.