Ortsbürgerwein
Nach Bewertung von Bukett, Körper und Harmonie: Jury verleiht Gold-Diplom für Ortsbürger-Rotwein von alten Reben

An der Prämierung des Verbandes Aargauischer Ortsbürgergemeinden wurden im Wohler Schlössli zwölf Weine degustiert. In der Jury sassen Regierungsrat Dieter Egli und Grossratspräsident Pascal Furer. Dem Birmenstorfer Pinot Noir wurde eine Spitzenwertung verliehen.

Walter Christen
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Der Verband Aargauische Ortsbürgergemeinden hat den Birmenstorfer Pinot Noir zum Ortsbürgerwein des Jahres erklärt. Die Jury im Wohler Schlössli: Bruno Lustenberger von Gastro Aargau, Regierungsrat Dieter Egli, Grossratspräsident Pascal Furer und Ortsbürgerverbands-Vorstandsmitglied Ruedi Donat (von links).

Der Verband Aargauische Ortsbürgergemeinden hat den Birmenstorfer Pinot Noir zum Ortsbürgerwein des Jahres erklärt. Die Jury im Wohler Schlössli: Bruno Lustenberger von Gastro Aargau, Regierungsrat Dieter Egli, Grossratspräsident Pascal Furer und Ortsbürgerverbands-Vorstandsmitglied Ruedi Donat (von links).

Walter Christen

«Am Gaumen eine intensive, weiche Frucht und ein langer Abgang», so lautet die Kurzbeschreibung des Pinot Noir «von alten Reben», Jahrgang 2019. Der elegante und zugleich gehaltvolle Tropfen aus Birmenstorf schwang an der dritten Weinprämierung des Verbandes Aargauischer Ortsbürgergemeinden obenaus und wurde mit dem Gold-Diplom ausgezeichnet.

Der beste Aargauer Ortsbürgerwein wurde aus Trauben von Rebstöcken mit einem Mindestalter von 40 Jahren gekeltert. Über 50 Winzerinnen und Winzer, meist im Nebenamt und vereint in der Weinbaugenossenschaft Birmenstorf, bewirtschaften eine Gesamtfläche von 10 Hektaren. In Birmenstorf wird seit mehr als 600 Jahren Rebbau betrieben, der heute naturnah und umweltschonend erfolgt, mit dem Ziel, höchste Qualität zu erlangen.

Der Birmenstorfer Pinot Noir «von alten Reben» wurde mit dem Gold-Diplom ausgezeichnet.

Der Birmenstorfer Pinot Noir «von alten Reben» wurde mit dem Gold-Diplom ausgezeichnet.

Walter Christen

Die roten Traubensorten sind Pinot Noir, Cabernet Jura und Dornfelder, die weissen Riesling-Sylvaner und Sauvignon Blanc. Im eigenen Weinkeller der Weinbaugenossenschaft werden die Qualitätstrauben durch Kellermeisterin Alice Wiederkehr zu erlesenen Aargauer Weinen vinifiziert.

Regierungsrat und Grossratspräsident notierten ihren Gesamteindruck

Die dritte Aargauer Ortsbürgerwein-Prämierung wurde im Wohler Schlössli, dem ältesten Steinhaus in der Gemeinde, unter der Leitung des Branchenverbandes Aargauer Weine durchgeführt. Mit ihren roten Spezialitäten – mit oder ohne Holzkontakt – beteiligten sich die sechs im Aargau Wein produzierenden Ortsbürgergemeinden, die insgesamt zwölf Weine zur Bewertung eingereicht hatten, wie Ruedi Donat erwähnte. Er ist Wohler Einwohnerrat und im Vorstand des Aargauer Ortsbürgerverbandes für die Prämierung zuständig. Er sagt:

«Wir möchten damit vermehrt auf die vorzüglichen Weine der Ortsbürger aufmerksam machen.»

Die von Ruedi Donat vorgestellte Jury setzte sich zusammen aus Persönlichkeiten von Politik, Gastronomie, Branchenverband und Vorstand des Ortsbürgerverbandes. So hatten Regierungsrat Dieter Egli und Grossratspräsident Pascal Furer auf dem Degustationsformular ihre Eindrücke von Bukett, Körper, Harmonie, Nachhaltigkeit, Reintönigkeit, Typizität und Gesamteindruck der zu bewertenden Rotweine zu notieren. Unter den weiteren Jurymitgliedern befanden sich die Wohler Weinakademikerin Lidwina Weh und Bruno Lustenberger, Präsident von Gastro Aargau, das ist der Verband für Hotellerie und Restauration.

Die vier ersten Rotweine sind anonym verpackt zum Degustieren bereit.

Die vier ersten Rotweine sind anonym verpackt zum Degustieren bereit.

Walter Christen

Oenologe Urs Gasser, Inhaber und Geschäftsleiter des Fricktaler Weinbaubetriebs Fehr und Engeli Ueken AG, leitete die Jury an und wertete die Ergebnisse der insgesamt vier Testrunden aus. «Wir benoten nicht nach einem Zwanzigpunkteschema, sondern arbeiten mit Rangpunkten», so Gasser.

Ein Gewinner und elf Weine auf dem zweiten Rang

Nach der vierten Degustationsrunde lagen zwei Weine punktemässig gleichauf, sodass die Jury noch eine zusätzliche, detaillierte Bewertung vornehmen konnte. So schwang schliesslich der Birmenstorfer Pinot Noir obenaus. «Wir geben nur noch den Sieger bekannt. Das heisst, es gibt den Birmenstorfer im ersten Rang und die anderen elf sind alle im zweiten Rang. So konnte die Prämierung professionell und würdig durchgeführt werden», betonte Milly Stöckli, Vizepräsidentin des Gemeinderats Muri und Präsidentin des Verbandes Aargauischer Ortsbürgergemeinden.

Oenologe Urs Gasser und Präsidentin des Verbandes Aargauischer Ortsbürgergemeinden Milly Stöckli mit dem siegreichen Birmenstorfer Pinot Noir.

Oenologe Urs Gasser und Präsidentin des Verbandes Aargauischer Ortsbürgergemeinden Milly Stöckli mit dem siegreichen Birmenstorfer Pinot Noir.

Walter Christen

Es sei gut, dass es solche Aktionen gebe, stellte Regierungsrat Dieter Egli fest:

«Damit wird auf den Aargau als Weinbaukanton hingewiesen. Denn immerhin verfügen wir bei uns über eine Rebfläche von 400 Hektaren.»

Und Grossratspräsident Pascal Furer ergänzte: «Bei uns im Kanton Aargau haben wir im Weinbau ein hohes Niveau erreicht.»

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