Villmergen
Originelle Sponsorensuche: Fussballklub verkauft seinen Rasen

Für die Sanierung der Sportanlage macht der FC Villmergen Stücke des Fussballplatzes zu Geld – symbolisch. Wer den Anspielpunkt will, zahlt mehr.

Melanie Burgener
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Urs Frei, Christian Pfannstiel und Mike Haussener (von links) hoffen, dass sie den Fussballplatz bald nicht mehr mit dem Besen vom Dreck befreien müssen.

Urs Frei, Christian Pfannstiel und Mike Haussener (von links) hoffen, dass sie den Fussballplatz bald nicht mehr mit dem Besen vom Dreck befreien müssen.

Melanie Burgener

Auf den ersten Blick sieht der Fussballplatz der Sportanlage Badmatten in Villmergen aus wie jeder andere auch. Doch der Schein trügt. «Das Gras sieht zwar grün aus, doch das Feld ist in einem sehr schlechten Zustand», erklärt Christian Pfannstiel, ehemaliger Vizepräsident und Initiant der Sponsorenaktion des FC Villmergens.

Der über 70-jährige Hauptplatz wurde zwar immer gepflegt und hat im Laufe der Zeit auch eine Drainageleitung erhalten. Trotzdem haben ihm die Fussballschuhe, das runde Leder und das Wetter in den vergangenen Jahren zugesetzt. «Momentan hat der FC 19 Mannschaften. Jede davon trainiert mindestens zweimal pro Woche zwei Stunden hier. Da sind wir schon bei 76 Stunden, in denen der Platz benutzt wird, Matchs oder Meisterschaftsspiele nicht mitgezählt», bestätigt auch Vizepräsident Mike Haussener die prekäre Lage. Auch um den Nebenplatz, der mittlerweile bereits über 30 Jahre als ist, stehe es nicht gut. Die Fläche sei uneben, und da keine Leitungen für den Wasserabfluss vorhanden seien, überschwemmt der Regen regelmässig den Platz. Obwohl sich der FC Villmergen in letzter Zeit stark verkleinert hat – es sind heute rund 100 Spieler weniger als noch vor ein paar Jahren – bieten auch die Garderoben zu wenig Platz und benötigen eine Sanierung.

Verein leistet eigenen Beitrag

Dem FC Villmergen war von Anfang an klar, dass die Gelder der Gemeinde nicht locker sitzen und auch, dass nicht alle Anwohner, die mit ihren Steuern den Umbau mitfinanzieren würden, die Sportanlage nutzen. Aus diesem Grund wollen sie selber einen Teil zu den Sanierungskosten beitragen. Nach langem Forschen im Internet und Nachfragen bei anderen Vereinen, kam ihnen die zündende Idee.

Seit dem 10. Mai können alle, die den FC Villmergen gerne bei der Sanierung unterstützen möchten, ein Stück des Fussballplatzes kaufen. Schon Gönner, die wenig Geld aufbringen wollen, können mit einem Stück Rasen für 100 Franken einen wertvollen Beitrag leisten. Weiter haben Sponsoren die Möglichkeit die Eckpunkte, den Torraum oder den Anspielpunkt für sich zu erwerben und somit einen etwas höheren Betrag zu spenden.

Symbolisch ein Stück Rasen

Das erworbene Stück Land ist natürlich nur symbolisch und kann nicht vom Käufer ausgestochen und mit nach Hause genommen werden. Doch soll in der neu sanierten Anlage ersichtlich sein, wer einen Teil zur Finanzierung beigetragen hat. «Die Sponsoren werden an einer Gönnerwand mit graviertem Namensplättchen vermerkt», so Pfannstiel. «Lustig bleibt, dass die Käufer selber wissen, wo ihr Stück ungefähr liegt.» Sein persönliches Stück Fussballplatz kann man nämlich selber online aussuchen. Man wählt ganz einfach ein Feld an und fügt es zum Wahrenkorb hinzu.

Ein konkreter Plan für die Sanierung sei noch nicht vorhanden, wie Haussener, Pfannstiel und Präsident Urs Frei bestätigen. Sie hoffen jedoch, dass sich mit einer ausgereiften Idee noch mehr Sponsoren finden lassen, denn: «Niemand kauft die Katze im Sack» sind sie sich alle drei sicher.

Der Verkauf findet online unter www.platzverkauf-fcvillmergen.ch statt