Wohlen
Originelle Sitzbank für das Strohmuseum – sie ist das Werk eines Lehrlings

Die Aargauische Kantonalbank hat dem Wohler Strohmuseum eine alltagstaugliche Skulptur geschenkt. Am Montag wurde sie eingeweiht. Sie steht im Isler-Park.

JÖRG BAUMANN
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Michi Vock, Museumskuratorin Anna Hegi, Rafael Häfliger, AKB-Regionalleiter Paul Bachmann und Gemeinderat Ruedi Donat (von links) weihten die Sitzbank ein.

Michi Vock, Museumskuratorin Anna Hegi, Rafael Häfliger, AKB-Regionalleiter Paul Bachmann und Gemeinderat Ruedi Donat (von links) weihten die Sitzbank ein.

BA

Ein Jahr nach der Einweihung des international bekannten Strohmuseums in Wohlen schenkte die Aargauische Kantonalbank (AKB) dem Museum und der Ortsbürgergemeinde Wohlen als Eigentümerin der Liegenschaft eine neue, originelle Sitzbank aus der Werkstatt des Wohler Steinbildhauers Rafael Häfliger. Sie bekam ihren Platz im Isler-Park auf der Rückseite des Museums.

«Zu jedem Park gehört mindestens eine Skulptur», erklärte AKB-Regionalleiter Paul Bachmann gestern bei der Einweihung. «Deshalb war es mir ein Anliegen, zum 100-Jahr-Jubiläum, das unsere Bank 2013 feierte, im Isler-Park des Strohmuseums einen Akzent zu setzen.»

Besonderer Akzent in Wohlen

Gemeinderat und Kulturminister Ruedi Donat nahm das Geschenk als Vorsteher der Ortsbürgergemeinde mit herzlichem Dank entgegen.

Das Strohmuseum schreibe seit seiner Eröffnung eine Erfolgsgeschichte nach der anderen, habe doch das Museum den Aargauer Heimatschutzpreis erhalten. Die Kantonalbank unterstützte aus ihrem grosszügig dotierten «Jubiläumsbatzen» im ganzen Kanton Aargau gemeinnützige Stiftungen, Vereine und regionale Projekte.

So erhielten das Pflegezentrum Reusspark im Gnadenthal von der Bank bereits eine Eisenplastik, das Josefsheim in Bremgarten eine Kinderschaukel und
der Verein Erlebnis Freiamt am Kinderweg in Benzenschwil eine Rutschbahn.

«Die Arbeit an der Sitzbankplastik für das Strohmuseum hat etwas länger gedauert. Aber jetzt kann ich sie der Bevölkerung übergeben», meinte Bachmann. Der Steinbildhauer Rafael Häfliger gewann einen von der AKB ausgeschriebenen Wettbewerb. Er habe in der Plastik das Strohhandwerk einfühlsam nachgestaltet, so Bachmann.

«Die Bankplastik hat die Form eines S: Der Buchstabe steht für die s-förmige Gestaltung des Isler-Parkes und für den Begriff ‹Stroh›. Ich gehe davon aus, dass auf der Bank in Zukunft neben den Museumsbesuchern auch Traupaare Platz nehmen werden. Denn im Strohmuseum befindet sich auch das Traulokal der Gemeinde.»

Lehrling führte die Hauptarbeit aus

Bemerkenswert ist, dass Häfligers Lehrling im vierten Lehrjahr, Michi Vock, die Hauptarbeit am Kunstwerk ausgeführt hat. Die Sitzbank ist fast für die Ewigkeit geschaffen. Sie besteht aus einem Kalkstein aus dem französischen Jura. «Ich bin ein Kunstfreund und deshalb stolz, dass wir in diesem Park ein Kunstwerk stellen durften», bekannte Bachmann. Die AKB habe schon immer ein gutes Verhältnis zur Kunst am Bau und zur Strohindustrie gehabt.

«Schon vor gut 30 Jahren engagierte die AKB den Bildhauer Marcel Leuba aus Islisberg. Dieser erstellte vor der neu eröffneten Bank in Wohlen eine Brunnenplastik, die sich symbolisch am Halmenspalter orientiert, an einem Gerät, das in der Strohgeflechtindustrie gebräuchlich war.»