Muri
Organisator feiert seinen Geburtstag mit Jazz im Pflegi-Dach

Zum Ende der Pflegidachsaison spielten mit Allison Miller’s Boom Tic Boom und dem Lage Lund Trio zwei hochklassige Jazzbands in der Pflegi.

Sarah Ineichen
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Lage Lund gehört zu den gefragtesten und exzellentesten Gitarristen der aktuellen Jazzszene.

Lage Lund gehört zu den gefragtesten und exzellentesten Gitarristen der aktuellen Jazzszene.

Christian Kaufmann

Zum letzten Mal in dieser Saison begeisterte am vergangenen Sonntagabend der Jazz im Pflegidach in Muri ein grosses Publikum. Die zwei Bands, Allison Miller’s Boom Tic Boom und das Lage Lund Trio, spielten am Mini-Festival und zum Geburtstag des Organisators Stephan Diethelm.

«Ich freue mich, dass ihr alle da seid und den Saisonschluss mit mir feiert!» Mit diesen Worten begrüsste Diethelm das Publikum. Die Zuhörerzahl an diesem Abend war äusserst beeindruckend. Regelmässige Konzertbesucherinnen und -besucher von «Musig im Pflegidach» sowie auch Freunde und Bekannte von Diethelm erschienen zu diesem verheissungsvollen Anlass. Die Stimmung war locker und voll von fieberhafter Erwartung. Das kleine Jazz-Festival konnte beginnen!

«Ein Lied, nur für dich»

Das Motto von Allison Miller’s Boom Tic Boom lautet: «Wenn dir zum Spielen ist, dann spiele.» Und das tat das Sextett auch in seinen gemeinsam erarbeiteten Kompositionen, mit improvisierten Soli und einwandfreien Übergängen. Mal laut, mal ganz leise, mal verrückt, mal ganz stimmig; an Variationen fehlte es nicht. «Ich habe dieses Lied nur für dich geschrieben», verkündete plötzlich Allison Miller, Schlagzeugerin und Komponistin der Band, und überraschte Stephan Diethelm mit einer kurzen Geburtstagseinlage.

Den letzten Song «The Listener» (auf Deutsch: der Zuhörer) widmete Miller einem verstorbenen Freund: «Er ist leider viel zu früh von dieser Welt gegangen. Er wurde übrigens in der Schweiz geboren, kennen gelernt habe ich ihn jedoch in New York.» Ihre Songs schreibt Miller über Personen und Situationen aus ihrem Leben und erreicht so die Herzen der Zuhörer. Sie berührt mit einem umfassenden Spektrum an Emotionen, vom Glücksempfinden bis hin zur Melancholie.

Der Charme der Töne

Lage Lund als Leader seiner Band eröffnete das zweite Konzert des Abends mit den Worten: «Das Wichtigste, was heute zu sagen ist, heisst: Alles Gute zu deinem Geburtstag Stephan! Ich freue mich, dabei sein zu dürfen.»

Lage Lund ist einer der feinsten Gitarristen seiner Generation. Er gilt als exzellenter Gitarrenspieler und als einer der überzeugendsten Jazz-Künstler der Welt. Zusammen mit Matt Brewer am Kontrabass und Justin Faulkner als Drummer nennt er sich das «Lage Lund Trio». Vor zwei Jahren gastierten die drei schon einmal im Pflegidach.

«Ihre Musik verfügt über eine extreme Virtuosität», sagt Stephan Diethelm. Mit den lediglich drei Instrumenten gelang es der Band, die Gefühle jedes einzelnen Anwesenden völlig aufzuwühlen. Man konnte miterleben, dass die Musiker mit jeder Faser ihres Körpers dabei waren, aufgelöst und voller Leidenschaft. Das Publikum schwebte im Bann der Töne und Klänge, verzaubert, inmitten des Geschehens.

Ende einer erfolgreichen Saison

«Das grösste Geschenk heute waren die Anwesenheit und Auftritte von Al- lison Miller’s Boom Tic Boom und des Lage Lund Trios», schwärmte Diethelm nach den Konzerten. Zur Feier des Tages wurde den Gästen im Anschluss ein köstliches Risotto mit Gruyère-Käse von Rolf Beeler, laut Sterneköchen der Käsepapst, offeriert.

Mit dem Mini-Festival ist eine weitere erfolgreiche Saison im Pflegidach zu Ende gegangen. Viele interessierte Musikbegeisterte von nah und fern geniessen diese Konzerte ausnahmslos und würden sie um keinen Preis missen wollen. Nach der Sommerpause geht es im August weiter. Man darf gespannt sein, welche Highlights die nächste Saison zu bieten hat. Garantiert erwarten darf man viele weitere hervorragende Jazzkünstler aus der ganzen Welt.

Musik in der Deutschstunde:

Schüler der Kanti Wohlen besuchen Veranstaltungen der Konzertreihe «Musig im Pflegidach», verfassen eine druckreife Konzertkritik und werden dafür benotet.