Eggenwil

Opposition gegen Ausbau der Dorfschule

Schulanlage Eggenwil: Eine Erweiterung samt Teilsanierung für 3,8 Mio. Franken steht auf dem Prüfstand. Sl/archiv

Schulanlage Eggenwil: Eine Erweiterung samt Teilsanierung für 3,8 Mio. Franken steht auf dem Prüfstand. Sl/archiv

In Eggenwil gibt ein Flugblatt einer «Gemeinschaft für eine vernünftige Schulpolitik» zu reden. Die geplante Schulerweiterung sei zu umfangreich und kostspielig, wird kritisiert.

Ende Woche, an der «Gmeind» vom 30. November, stimmt Eggenwil über das Projekt «Erweiterung Schul- und Mehrzweckanlage» ab. Das rund 3,8 Millionen Franken kostende Grossvorhaben im kleinen Dorf ist an eine Steuererhöhung geknüpft. Der Steuerfuss soll um 10 Prozentpunkte auf 108 % angehoben werden. Genau besehen löst der Ausbau eine Steuererhöhung um 6 Prozentpunkte aus. Denn laut Gemeinderat und Finanzkommission muss der Steuersatz fürs Jahr 2013 auch ohne Schulausbau um 4 Prozentpunkte nach oben angepasst werden (az vom 18.Oktober).

«Unverhältnismässig»

Per Flugblatt in alle Haushaltungen setzt sich eine «Gemeinschaft für vernünftige Schulpolitik» gegen das Erweiterungsvorhaben zur Wehr. Das Ausbauvorhaben sei bezüglich Fläche, Kosten/Nutzen und Steuerfuss «unverhältnismässig», hält die Gegnerschaft fest. So stünde die geplante Verdoppelung der Nutzfläche von rund 500 auf über 1000 Quadratmeter in keinem Verhältnis zum erwarteten Anstieg der Schülerzahl von 50 auf 60 im Sommer 2014 (Eröffnung der 6. Primarschulklasse). Statt der vorgesehenen Grossinvestition von 3,8 Mio. Franken müsse eine deutlich kostengünstigere, massvollere Investition her.

Auf dem Flugblatt steht weiter, die Schule Eggenwil sei in den vergangen Jahren geprägt gewesen durch eine «ständig wechselnde Personalsituation». An dieser Situation ändere die geplante Grossinvestition nichts. Ausserdem würde die Gemeinde durch eine Steuerfusserhöhung von 98 auf 108 % zu einer «Steuerwüste», was nicht im Interesse der Dorfbewohner sein könne.

«Aus Zusammenhang gerissen»

Gemeinderat Roger Hausherr, der Vorsteher des Ressorts Bildung, reagiert gelassen auf das Flugblatt. Festzuhalten aber sei, dass «die Angaben auf dem Flugblatt aus dem Zusammenhang gerissen sind und teils auch nicht den Tatsachen entsprechen.» Zum Beispiel stehe nirgends, dass Eggenwil eine gesamtheitliche Lösung für die Schule, für die Vereine und das Dorf anstrebe oder dass die ohnehin fälligen Sanierungsmassnahmen samt Erneuerung der Heizungsanlage einen wichtigen Teil des Vorhabens darstellten. «Um diese Sanierungen kommen wir nicht herum. Sie kosten rund 1,16 Mio. Franken und machen somit nahezu ein Drittel der Gesamtkosten von 3,8 Mio. Franken aus.»

Wer der «Gemeinschaft für vernünftige Schulpolitik» angehört, die das anonyme Flugblatt verfasste, weiss Gemeinderat Hausherr nicht. Er erwartet, dass «an der Gemeindeversammlung vernünftig über das grosse Dorfprojekt debattiert werden kann.» Grundsätzlich stünde einer spannenden «Gmeind» mit gegenseitigem Austausch von Argumenten nichts im Weg.

Meistgesehen

Artboard 1