Bremgarten
Operettenfieber steht kurz vor dem Ausbruch

In zwei Wochen, nach den Herbstschulferien, laufen im Stadtschulhaus die Chorproben der Operettenbühne Bremgarten an. «Die Bajadere» von Emmerich Kalman soll im kommenden Frühjahr rund 12000 Besucher anlocken.

Lukas Schumacher
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Vorfreude bei Operettenbühnepräsidentin Myriam Rufer und Pressechef Walter-Karl Walde.

Vorfreude bei Operettenbühnepräsidentin Myriam Rufer und Pressechef Walter-Karl Walde.

sl

Chorleiter Christof Brunner bietet die 35 bis 40 Chorsängerinnen und -sänger in einer ersten Tranche zu einem Dutzend Proben auf. Brunner leitet nicht nur den Chor der neuen Produktion «Die Bajadere». Wie schon bei «Polenblut», der Bremgarter Operetten-Aufführung 2011, ist Brunner auch zweiter musikalischer Leiter neben Chefdirigent Andreas Joho.

Regie führt erneuert Paul Suter, der die erste Regieprobe auf den 14. Januar angesetzt hat. Regisseur Suter und Maestro Joho stehen aktuell fürs Gauner-Musical «Bibi Balu» im Einsatz, das gestern Abend im Zürcher Bernhard-Theater Premiere feierte.

27 Aufführungen in 10 Wochen

Auf dem Spielplan von «La Bajadere» im Frühling 2013 stehen insgesamt 27 Aufführungen. Premiere wird am 9. März sein, Derniere am 18. Mai. «Wir werden diesmal öfter an Wochenenden spielen», sagte Operettenbühnepräsidentin Myriam Rufer an einer Medienorientierung, «das entspricht dem Bedürfnis unseres Publikums.» 11600 Besucherinnen und Besuchern zog das im Frühling 2011 gespielte «Polenblut» an. Myriam Rufer ist sehr zuversichtlich, dass «La Bajadere» ähnlich erfolgreich laufen und rund 12000 Operettenliebhaber ins Casino locken wird.

Altbekannte Solisten

Nebst dem erwähnten federführenden Trio Suter, Joho, Brunner sowie Choreografin Patrizia Aimi mangelt es «La Bajadere» nicht an stimmkräftigen, in Bremgarten altbekannten Erfolgsgaranten. Tenor Daniel Zihlmann, die beiden Sopranistinnen Barbara Buhofer und Barbara Suter, die zwei Tenöre Thomas Leu und Alois Suter, Bass-Bariton Erich Bieri und Tenor Dewa Singh bilden das Solisten-Ensemble.

Gewohnt gut besetzt sein wird das Orchester mit 26 Musikern sowie das sechsköpfige Ballett. 150 Leute engagieren sich auf und hinter der Bühne für «La Bajadere». Das Budget der neuen Produktion beläuft sich auf nahezu eine Million Franken.

Zünftiger Schuss Exotik

Laut Kulturfachmann Walter-Karl Walde, dem Presseverantwortlichen der Operettenbühne, war Komponist Emmerich Kalman nach dem Ersten Weltkrieg entzückt, als ihm seine zwei Librettisten (Operetten-Textbuchautoren) einen völlig neuen Stoff vorlegten. Walde: «Die Bajadere, die 1921 in Wien glanzvolle Premiere feierte, begründete eine neue Epoche. Gemeinsam mit dem befreundeten Komponisten Lehar läutete Kalman damals die Ära der silbernen Operette ein.» Diese zeichne sich durch einen Schuss Exotik aus, dies anstelle von Kaiser-Wien, ungarischem Landadel, Puszta und Zigeunern. Für die Exotik in «Die Bajadere» stehen ein indischer Prinz und die üppig glitzernde Weltstadt Paris.