Bremgarten
Operettenbühne: Jetzt singen und tanzen schon die Enkelkinder

Beim Probeweekend feilten die Darsteller an der szenischen Darstellung. Ein Blick in das neue Stück zeigt: Es wird vergnüglich.

Susanna Vanek (Text und Fotos)
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Melanie Wurzer (mit Tasche) mimt die Briefchristel. In der Inszenierung werden auch Kinder zu sehen sein – sie meisterten die Proben vorbildlich.

Melanie Wurzer (mit Tasche) mimt die Briefchristel. In der Inszenierung werden auch Kinder zu sehen sein – sie meisterten die Proben vorbildlich.

Susanna Vanek

Mit dem «Vogelhändler» lässt die Operettenbühne Bremgarten anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums ein beliebtes Stück auf der Bühne neu aufleben. Die Proben für das Stück laufen derzeit auf Hochtouren. Ein Besuch beim Probeweekend bewies, dass sich das Publikum auf vergnügliche Szenen freuen darf. Premiere ist am 25. März.

«Wer hat einen Schraubenzieher?», ruft Paul Suter, der seit vielen Jahren bei der Operettenbühne Bremgarten für die Inszenierung verantwortlich ist, mit einem schelmischen Schmunzeln, «ich muss bei euch offensichtlich noch die Schrauben lösen.» Diejenigen, die gerade proben, lachen belustigt auf. Und lassen sich von Suter zeigen, wie sie interagieren sollen. Etwa, wenn sie enttäuscht sind, dass ihnen Christel von der Post keinen Brief mitgebracht hat. Oder wenn sich der Inhalt des Briefes als unangenehm herausstellt.

«Wie fühlt es sich an, wenn dich jemand gegen deinen Willen am Rücken berührt?», wollte Suter von der Darstellerin Catherine Frey, die die Baronin Adelaide spielt, kurz vorher wissen. «Genau das musst du in dieser Szene zeigen.» Die Temperaturen im Gemeindesaal Hermetschwil-Staffeln, wo die Proben stattfinden, steigen. Trotzdem bleiben alle konzentriert und motiviert. Der Gesang und die szenischen Darstellungen werden immer besser.

Angenehme Atmosphäre

Solist Daniel Zihlmann, der bereits zum siebten Mal in einer Produktion der Operettenbühne Bremgarten dabei ist, lobt die angenehme Atmosphäre: «Sonst hätte ich mich nicht so oft verpflichten lassen. Die Stimmung hier ist wirklich einmalig, und die Mischung von Profisängern und Laien finde ich sehr inspirierend. Es ist ja so, dass für uns Solisten die Musik der Job ist. Da muss man aufpassen, dass man sich die Begeisterung, das Feu Sacré, bewahrt. Wenn ich auf die Chormitglieder treffen, die so viel Liebe und Enthusiasmus für die Musik empfinden, dann strahlt das auf mich ab, dann hilft mir das, die Musik als Berufung und nicht als Beruf zu sehen.»

Zihlmanns Begeisterung für die Operettenbühne Bremgarten brachte es mit sich, dass heuer eine neue Solistin auf der Bühne stehen wird, und zwar die Wienerin Melanie Wurzer, die die Briefchristel geben wird. Zihlmann trat mit ihr in einer Produktion in Salzburg auf und motivierte sie, sich bei der Operettenbühne Bremgarten zu bewerben.

Die nächste Generation

Als Zuschauerin wohnte Helen Staubli, die Mutter der Präsidentin Myriam Rufer, den Proben bei. Ihr verstorbener Ehemann Walter Staubli hatte den Verein Operettenbühne Bremgarten 1977 mit aus der Taufe gehoben, war viele Jahre als Tenor auf der Bühne gestanden und hatte als Präsident geamtet. Helen Staubli lächelt: «Die Operette Bremgarten ist seit 52 Jahren ein Teil meines Lebens.» Zur Probe kam sie aber nicht deswegen, sondern um die Enkelkinder zu bewundern. Oliver Rufer singt im Kinderchor, Anna Rufer tritt im Ballett auf. Ebenfalls als Balletttänzerin wird man Chiara Walliser bewundern können, die Enkeltochter von Ruedi Walliser, der viele Jahre für das Bühnenbild der Operette Bremgarten verantwortlich war. «Schon meine Mutter tanzte im Ballett der Operette», erläutert sie und gesteht: «Es ist für mich ein einmaliges Gefühl, mit der Operettenbühne aufzutreten.»

Mehr Infos: www.operette-bremgarten.ch

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