Oberlunkhofen
Openeye – Das Woodstock im Aargau

Auf dem Bauernhof der Familie Hagenbuch findet ein Festival der etwas anderen Art statt.

Cornelia Schlatter
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Am Openeye ist für jeden Festival-Besucher etwas Passendes dabei. Neben Konzerten gibt es auch Theater und Spiele.

Am Openeye ist für jeden Festival-Besucher etwas Passendes dabei. Neben Konzerten gibt es auch Theater und Spiele.

Cornelia Schlatter

Am Eingang zum Festgelände wird man durch einen Tunnel, der einen Geburtskanal symbolisieren soll, quasi in das Open Air hineingeboren. Wie OK-Mitglied Michael Marti erklärt, soll man mit offenen Ohren und offenen Augen die Musik und die Atmosphäre wahrnehmen, es sei ein Anlass für offene Menschen. Hier hat es für alle Platz – vom Neohippie bis zum Geschäftsmann in Freizeitkleidung. Alle kommen auf ihre Kosten, und das bereits zum 23. Mal.

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Michael Marti sagt: «Alle, die Lust und Zeit haben, dürfen sich auf irgendeine Art einbringen, sei es durch Mithilfe beim Aufbau oder durch Ideen für die Deko.» Am Freitag konnte das OK schon knapp 1000 Besucher zählen, am Samstag dürften es deutlich mehr gewesen sein. Das Openeye ist ein nicht kommerziell ausgerichtetes Festival. So verdienen nur Musiker und Techniker etwas, alle anderen Arbeiten auf freiwilliger, unentgeltlicher Basis. Wie Marti ausführt, wird seit Jahren sehr gut kalkuliert, sodass das Festival weitgehend selbsttragend ist. Überschüsse werden in notwendige Anschaffungen und eben für die Bands investiert. «Jedes Jahr kenne ich das Line-up nicht im Voraus und bin immer wieder extrem positiv überrascht», sagt er.

Der Kampf mit dem Zelt

Auf der grossen Wiese hinter dem Bauernhof kann man da und dort Festivalbesucher beobachten, die einen kleinen Kampf mit ihrem Zelt austragen, und ein paar Meter weiter spielen zwei Erwachsene Tischtennis auf einem improvisierten Pingpong-Tisch aus Paletten und Bauabschrankungen. Daneben versuchen Kinder auf der Slackline zu balancieren. Überhaupt sind viele Familien mit Kindern angereist. Einige Besucher von weit her, so sieht man auf dem Parkplatz Nummernschilder von den Kantonen Tessin, Genf und gar von Frankreich. Das Openeye scheint weit über die Kantonsgrenze hinaus bekannt und beliebt zu sein. Wahrscheinlich sind es gerade seine Unkonventionalität und der familiäre Rahmen, den es so besonders macht.

Eine kleine Bühne für Jamsessions wurde auch errichtet und sie wird rege benutzt. Die Hobbymusiker und Hobbysänger geben von Guantanamera über Lemon Tree, The Bright Side of Life bis hin zu Nirvanasongs und Mani Matter alles zum Besten und das mit viel Spass und grosser Begeisterung. In einem Zelt daneben, das an ein Safarizelt in einer afrikanischen Lodge erinnert, wird zur gleichen Zeit ein Improvisationstheater aufgeführt.

Musikalische Eruption

Die Akteure werden jeweils mitten in der Szene durch Klatschen in ihren Bewegungen und ihrem Handeln gestoppt und ihre Pose von einem anderen Schauspieler übernommen. Dann aber in einer vollkommen anderen Handlung weitergeführt.

Die Band Gypsy Sound System Orkestra zelebriert auf der Hauptbühne ein Feuerwerk völlig verschiedener Musikstile. Stilrichtungen wie Swin, Electro, Brass, Balkan, Flamenco, Banghra, Tarantella, Cumbia, Drumm’n Bass oder Breakbeats werden zu einer musikalischen Eruption verschmolzen und reissen die Zuhörer mit wie ein Lavastrom. Das Publikum ist angeheizt und geht mit den heissen Rhythmen mit.

Das Festgelände in Oberlunkhofen hat sich gegen 21.30 Uhr gefüllt und die Sonne verabschiedet sich allmählich für diesen Tag. Alles ist friedlich und es wird in eine lange, musikgeschwängerte Nacht hineingefeiert.

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