Wohlen
Open Air Zamba Loca: Kleines Festival punktet mit grosser Vielfalt

Die 8. Ausgabe des Open Air Zamba Loca punktet mit Ambiente, Essen und Acts.

Timea Hunkeler
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Openair Zamba Loca in Wohlen
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Gemütlich beisammensitzen – auch das gehört dazu.
Die rätoromanische Hip-Hop-Crew «Liricas Analas».
 Openair Zamba Loca Wohlen
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Openair Zamba Loca in Wohlen

Timea Hunkeler

In der Ferne waren hohe Flammen zu sehen, nebenan setzte ein Esel zum nächtlichen Ruf an. Es roch nach Stall: Zum Zamba Loca war es nicht mehr weit. Ein lauter Bass liess das Herz im selben Rhythmus schlagen, als das Festivalgelände, ein heller Fleck im sonst dunklen Wohler Wald, erreicht wurde.

Beim Einlass wartete bereits eine grosse Schlange. 40 Franken kostete das Ticket an diesem Freitagabend für all jene, die noch keines hatten. Über den Köpfen der Open-Air-Besucher hing ein Schild. «Willkomme dehei». Kaum auf dem Platz angekommen, tauschten sie fleissig ihre Festival-Bändeli und ihr Geld gegen «Zambas», die offizielle Währung am Zamba Loca, bevor sie diese an der Bar, im Gastro-Zelt oder an einem der zahlreichen Stände für Kleidung oder Schmuck ausgaben.

Bekannte und Unbekannte

Das Open Air startete einen Tag zuvor, am Donnerstag, mit dem Graffiti-Jam, bei dem der neue Geländezaun in ein Kunstwerk verwandelt wurde. Um 21 Uhr weihten «The Sunny Funny Boys», eine fünfköpfige Rockband aus der Schweiz, die Hauptbühne ein. Am Freitagabend ging der Festival-Spass dann so richtig los. Auf der Hauptbühne spielte die rätoromanische Hip-Hop-Crew «Liricas Analas» – ein Publikumsmagnet. Doch anders als bei den meisten Open Airs, wo die Menschen schon lange vor Konzertbeginn in der ersten Reihe warten, mussten die Besucher beim Zamba Loca zur Bühne gerufen werden. «Kommt doch alle ein Stück näher, wir beissen ja nicht», rief der Ansager durch das Mikrofon, als sich einige Besucher um die Bühne versammelt hatten.

Beim Auftritt von «Liricas Analas» war jedoch jegliche anfängliche Schüchternheit vergessen. Die Menge, die mit jeder Minute grösser wurde, tanzte ausgelassen. Sogar einige Wörter auf Rätoromanisch sangen sie mit. Von Kindern bis Erwachsene: Allen schien der Auftritt der Band gefallen zu haben. Nachdem die Graubündner die Bühne verlassen hatten, bat das Publikum um Zugabe. Mit Erfolg. Zur gleichen Zeit spielten sich einige Meter weiter hinten die ersten Kandidaten von «Deine 10 Minuten» ein. Die unbekannten Künstler, die ihr Können während zehn Minuten vor Publikum unter Beweis stellen konnten, kamen bei den Festival-Gängern ebenfalls gut an. «Sie sind mein Geheimtipp. Die grossen Acts sehe ich mir auch an, aber am besten gefallen mir die Auftritte der Leute bei ‹Deine 10 Minuten›. Es ist immer etwas ganz Besonderes», schwärmte die 19-jährige Lena, die sich bereits vor der Bühne platziert hatte.

Alle Musikstile vertreten

Weitere Highlights waren neben den Acts auch das Ambiente und die vielfältige Küche. Dem stimmten auch Ursula Giger und Amanda Hancock aus Wohlen zu: «Wir sind mit den Kindern hier. Das Ambiente ist einfach toll. Am besten gefällt uns, dass es nicht so gross ist.» Die Besuchermenge sei überschaubar. «Wir kommen fast jedes Jahr. Dieses Mal haben uns die Preise positiv überrascht. Das Essen ist nämlich unserer Meinung nach günstiger», sagten Giger und Hancock. Auch dem Ehepaar Wüthrich aus Wohlen gefiel vor allem die Atmosphäre. «Es ist nicht wirklich unsere Musik, aber deswegen kommen wir ja auch nicht hierher.»

Zu später Stunde brachten DJs wie «Nanoplex» und «Osiris» die Manege im Zirkuszelt mit Goa- und Elektro-Beats zum Beben. Auch die Jungle Bar, in der ebenfalls DJs auflegten, füllte sich im Verlauf des Abends immer mehr. Am Samstag erwartete die Besucher ein internationaler Act, die Rockband «Desert Mountain Tribe» aus Grossbritannien. Wer einmal eine Pause vom ganzen Trubel brauchte, setzte sich einfach um das grosse Lagerfeuer. Für jeden Geschmack war also etwas dabei. Ob man nun für die Musik kam, das Ambiente, die Leute oder das Essen: Das Zamba Loca bot allen – Gross und Klein, Jung und Alt – ein abwechslungsreiches Open Air.