Wohlen

Open Air Zamba Loca: für vier Tage in eine andere Welt eintauchen

Sascha Roth (links) und Christian Döbeli vom OK-Team des Zamba Loca sind mitten in den Aufbauarbeiten.

Sascha Roth (links) und Christian Döbeli vom OK-Team des Zamba Loca sind mitten in den Aufbauarbeiten.

4000 Liter Bier, 220 Helfer, 150 Holzpaletten: Das Open Air Zamba Loca ist startklar.

Holzbretter liegen auf dem Boden verteilt, hier und da kriecht jemand aus einem kleinen Zelt, und vor dem Zaun steht ein verlassener VW-Bus: Noch wirkt das Festival-Dorf Zamba Loca verschlafen, keine Spur von «krummbeinig» und «verrückt», was der Name übersetzt bedeutet. Doch hinter Tipizelt und Holzgerüst huschen die Menschen mit Werkzeugen bewaffnet über den Platz. Sie alle sind freiwillige Helfer, 220 an der Zahl. «Das ist nicht selbstverständlich. Wir sind sehr dankbar, dass so viele Leute unbezahlten Einsatz leisten», sagt Christian Döbeli. Der 39-Jährige ist das älteste OK-Mitglied des Zamba Loca und zudem dessen Gastrochef.

Letztere Aufgabe hat es in sich: «Ich sitze ständig wie auf Nadeln, muss immer bereit sein, um Nachschub bestellen zu können», erklärt er. Durstig seien sie nämlich, die Open-Air-Besucher, vor allem, wenn es sonnig und warm sei. «Da wir gutes Wetter erwarten, werden die Leute mehr Wasser trinken als sonst. Das musste ich alles miteinrechnen.» Neben Wasser wird an einem Festival natürlich auch viel Bier getrunken. 4000 Liter Gerstensaft hat Döbeli bestellt. «Wenn es nicht reicht, muss ich mitten in der Nacht nachbestellen, was in den letzten sieben Jahren öfter vorgekommen ist», weiss er. «Ich liebe diesen Nervenkitzel.»

700 Schnitzelbrote

Wer seine Kalorien beim Tanzen zur Musik der 14 Bands und zahlreichen DJs verbrennt, wird am Zamba Loca nicht mit knurrendem Magen zurückgelassen. Und was essen die hungrigen Besucher am liebsten? «Eindeutig Schnitzelbrot. Letztes Jahr gingen 700 Stück über die Bistro-Theke», sagt Döbeli und lacht.

Neben der Verköstigung ist auch für die Sicherheit der Open-Air-Gänger gesorgt. Dafür ist Sascha Roth zuständig. «Ich wurde vom Gast zum OK-Mitglied», sagt er und schmunzelt. Der 26-jährige Schreiner-Monteur ist jüngstes Mitglied im OK und schlüpft jeweils für die zwei Wochen Vorbereitungszeit auch in die Rolle des Aufbauchefs. «Ungefähr elf Tage sind wir insgesamt mit dem Aufbau beschäftigt», erklärt Roth. «Es ist eine tolle Zeit, man fühlt sich wie in einer anderen Welt.» 150 Holz-Paletten haben sie schon verarbeitet. «Aber es reicht noch lange nicht. Es sieht so aus, als müssten wir noch mehr holen.» Roth schwärmt weiter: «Die Phase des Aufbauens ist für mich die schönste Zeit.»

Badenfahrt ist keine Konkurrenz

Nach der intensiven Bauzeit lassen es sich Döbeli und Roth jedoch nicht nehmen, sich am Open Air unter das Volk zu mischen. «Trotz unserer Aufgaben haben wir Zeit, das Festival zu geniessen», sagt Döbeli. Roth doppelt scherzhaft nach: «Vielleicht bleibt sogar noch Zeit, an die Badenfahrt zu gehen.» Mit der Konkurrenz gehen sie entspannt um. Dass ihr Open Air nämlich dann stattfindet, wenn bereits das letzte Wochenende der Badenfahrt ansteht, haben sie bewusst geplant. «Leute die an unser Open Air kommen, ziehen sowieso meistens das idyllische Grün der überfüllten Stadt vor, genau wie ich», sagt Döbeli.

So schnell wie er mit seinem Team den Rasen in ein Festival-Gelände mit Zirkuszelt und Raketen-Skulptur verwandelt, müssen sie dieses jedoch auch wieder räumen. Roth erklärt: «Noch am Sonntag, wenn die letzten Gäste vom Platz gegangen sind, beginnen wir mit dem Aufräumen.» Zeit bleibt ihnen dafür jedoch nur bis Ende Woche. Der Platz werde danach nämlich von einem Pfadilager gebraucht. Döbeli schmunzelt und sagt: «Wir haben uns mit ihnen geeinigt: Sie helfen uns beim Abbau, dafür räumen wir das Feld bis Ende Woche.»

Zamba Loca heute, 24. August, bis Sonntag, 27. August, an der Wohlerstrasse Richtung Fischbach-Göslikon. Weitere Infos auf: www.zamba-loca.ch

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