Buttwil
OL auf dem Lindenberg: Mit Karte und Kompass durch den Nebel

Wären es nicht so viele, man hätte sie vor lauter Nebel gar nicht gesehen. 1600 Teilnehmer verzeichnete der nationale Orientierungslauf auf dem Lindenberg. Einige hundert mehr als erwartet. Das Rennen auf dem Lindenberg ist der allererste grössere OL der Saison.

Andrea Weibel (Text und Fotos)
Merken
Drucken
Teilen
OL auf dem Lindenberg
23 Bilder
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (8)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (4)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (22)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (3)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (23)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (1)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (2)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (21)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (18)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (19)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (20)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (16)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (17)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (15)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (10)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (14)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (12)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (13)
Impressionen vom nebligen OL auf dem Lindenberg (11)

OL auf dem Lindenberg

Andrea Weibel

Es ist kalt und neblig, man sieht kaum weiter als ein paar Meter, teilweise liegt sogar noch Schnee auf dem klammen Gras und am Waldrand. Doch das scheint den Orientierungsläufern aus der ganzen Schweiz überhaupt nichts auszumachen. Rasch mit Sprüngen und kleinen Joggingrunden aufgewärmt, ziehen sie nicht selten die Langarmpullis zugunsten von Kurzarmshirts aus, schnappen sich aufs Signal eine Karte mit eingezeichneten Orientierungsposten und rennen los.

Die Motivation ist ihnen im Gesicht geschrieben, ganz egal, ob sie nun erst gerade 10 Jahre alt geworden sind oder schon über 80, denn jeder darf in seiner Alterskategorie mitlaufen, sofern er oder sie denn angemeldet ist. Denn Startplätze bei den nationalen Orientierungsläufen sind begehrt.

An jenem auf dem Lindenberg, der auch gleich der allererste grössere OL der Saison ist, haben sich nicht wie erwartet 1300 bis 1500 Athleten angemeldet, sondern über 1600. «Wenn man den ersten OL der Saison organisieren kann, weiss man, dass viele Leute kommen. Sie können den Saisonstart kaum erwarten», erklärt Hannes Zaugg, Präsident der OLG Säuliamt. Sein Verein hat den gestrigen OL in dreijähriger akribischer Vorbereitung organisiert (siehe Box).

Zehn Kilometer, eine Stunde

Der Präsident weiss genau, warum diese über 1600 Läuferinnen und Läufer selbst Kälte, Schnee und der dichte Nebel, mit dem sie das Freiamt gestern Morgen begrüsste, nicht abschrecken können. «Der Sport vereint den Aufenthalt in der Natur und das Rennen mit Konzentration und der Herausforderung des Kartenlesens. Das macht es so spannend», erklärt er.

Man merkt, dass er gerne einer der Läufer wäre, von denen jede Minute wieder eine Handvoll starten darf – jedoch stets zu unterschiedlichen ersten Anlaufpunkten, sonst könnten sie einander ja hinterherrennen. Doch die Organisatoren laufen nicht mit: «Jeder von uns hat auch so genug zu tun.»

Freiamt hilft Säuliämtern aus

Anstelle ihres sonst nur regionalen Säuliämtler Orientierungslaufs organisiert die OLG Säuliamt am Palmsonntag einen nationalen OL. Doch dazu sind ihre Wälder leider zu klein. Hier kann das benachbarte Freiamt helfen, und zwar mit dem Lindenberg. Nach dreijähriger Vorlaufzeit und zum Teil hartnäckigen Verhandlungen mit der Jägerschaft sowie Gemeinden und Kantonen (Aargau und Luzern) konnte der Lauf gestern stattfinden.

Die Läufer orientierten sich an einer Spezialkarte mit einem Massstab von 1:10 000 mit vielen Detailangaben wie unterschiedlichen Dickichtstufen, Wurzelstöcken und genauen Höhenkurven. Die Karte wurde eigens für den nationalen Lauf von einem erfahrenen OL-Läufer nach ausführlichen Geländebegehungen gezeichnet. (aw)

Die OLG Säuliamt liess für den Lauf eigens eine neue OL-Karte des Gebiets anfertigen. Das Spezielle an dem nationalen Wettkampf ist darüber hinaus aber, dass es den Teilnehmern verboten ist, während des gesamten Jahres vor dem OL in besagtem Waldstück zu trainieren. Doch auch so scheinen sie keine Mühe zu haben, sich zurechtzufinden. «Ist der Nebel zu dicht, muss man sich mit dem Kompass zu helfen wissen», erklärt Martin Kehrer, der das Präsidium vor Zaugg innehatte.

Die schnellsten Läufer und gleichzeitig besten Kartenleser schaffen die rund zehn Kilometer lange Strecke, die natürlich dem Alter entsprechend angepasst ist, in etwa einer Stunde. «Nach zweieinhalb Stunden wird man disqualifiziert», so Kehrer. «Und wer sich nach fünf Uhr noch immer nicht elektronisch zurückgemeldet hat, den müssen wir dann eben suchen gehen.» Davon gebe es nach jedem Lauf etwa fünf oder sechs. «Meistens sitzen die aber schon beim Abendessen und haben es bloss vergessen, sich abzumelden», lacht er.

Hier geht es zu den Resultaten.