Gnadenthal
Ökologischer Ausgleich bei Brücke im Gnadenthal

Bei der neuen Reussbrücke im Gnadenthal sollen in diesem Jahr drei Tümpel mit einer Wasserfläche von total 200 Quadratmetern entstehen.

WALTER CHRISTEN
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Als Vorarbeit für den Bau des Biotops im Gnadenthal, zwischen Niederwil und Stetten, wurde das Reussufer ausgelichtet. CHR

Als Vorarbeit für den Bau des Biotops im Gnadenthal, zwischen Niederwil und Stetten, wurde das Reussufer ausgelichtet. CHR

In den nächsten Monaten werden auf dem Materialumschlagsplatz bei der neuen Brücke im Gnadenthal drei seichte Gewässer mit flachen Ufern angelegt. Es handelt sich um Tümpel, die als ökologischer Ausgleich zum neuen Brückenbau unter anderem verschiedenen Amphibienarten als Laichgewässer dienen werden. Als Vorarbeit hat der Forstbetrieb Reusstal den angrenzenden Waldabschnitt ausgelichtet.

«Es werden im Biotop keine Tiere eingesetzt, wir stellen ihnen den Lebensraum zur Verfügung und hoffen auf eine natürliche Zuwanderung. Schliesslich ist damit zu rechnen, dass der in jener Gegend bereits vorkommende Laubfrosch und die Gelbbauchunke die stehenden Gewässer, die von Regenwasser gespeist werden und keinen künstlichen Zu- und Abfluss erhalten, schon relativ bald besiedeln werden.» Dies hielt Roland Temperli vom Unterhaltsdienst der Sektion Natur und Landschaft des Kantons, der die Fachbegleitung bei der Erstellung der Tümpel übernehmen wird, gegenüber der «Schweiz am Sonntag» fest.

«Für den Bau der Gewässer ist der Einbau von Bentonitmatten geplant. Ein Material, das in der Bautechnik für Abdichtungen sowie im Deichbau verwendet wird und sich für die Anlage der Tümpel bei der neuen Gnadenthaler Brücke eignet», so Roland Temperli.

Entscheidend für die Ansiedlung der Pionierarten ist eine gute Besonnung der Gewässer. Deshalb wurde in den letzten Tagen der angrenzende Waldabschnitt an der Reussböschung vom Forstbetrieb Reusstal, Stetten, durchforstet. Im Zuge dieser Massnahme wurden auch kranke und dürre Bäume entfernt, welche ansonsten für die Wanderer auf dem angrenzenden Weg zu einem Sicherheitsproblem geworden wären.

Wer die Pionierlandschaft mit den offenen, kargen Kiesflächen am Anfang künftig pflegen wird, ist noch nicht entschieden. Vorerst zeichnet die Sektion Natur und Landschaft dafür verantwortlich.

Wer gerne der Reuss entlang spazieren geht, kann das Auto auch in Zukunft auf dem Platz abstellen; es wird dort ein rund 40 Meter langer Kiesstreifen als Parkplatz ausgeschieden und abgegrenzt.

Aufwertung für Klosteranlage

Seit September 2016 rollt der Verkehr zwischen Niederwil und Stetten über die neue Stahlbeton-Verbundbrücke im Gnadenthal. Sie ist 100 Meter lang und für Lasten bis 40 Tonnen ausgelegt. Die historische Anlage des Klosters Gnadenthal hat jetzt mehr Platz und kommt besser zur Geltung.

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