Bremgarten
Ohrfeige am Bahnhof und Handy im Brunnen – eine Trennung endet vor Gericht

Tätlichkeiten, Drohung, Sachbeschädigung, Nötigung und Beschimpfung: Ein Beziehungsknatsch endete vor dem Bezirks-Bezirksgericht Bremgarten.

Walter Christen
Merken
Drucken
Teilen
Als eine 19-Jährige die Beziehung mit ihrem Freund beenden will, droht dieser ihr das Leben zur Hölle machen.

Als eine 19-Jährige die Beziehung mit ihrem Freund beenden will, droht dieser ihr das Leben zur Hölle machen.

Thinkstock/Symbolbild

Das Pärchen war arg zerstritten und lieferte sich in aller Öffentlichkeit einen heftigen verbalen Schlagabtausch. «Schlampe» rief er und verpasste ihr eine schallende Ohrfeige. Diese Begegnung am Hauptbahnhof Zürich hatte Folgen: Mira reichte gegen Arno (Namen geändert) eine Strafanzeige ein.

Nach einem Jahr war Schluss

Ein Jahr dauerte die Liebesbeziehung der beiden 19-Jährigen. «Weshalb Arno mit mir Schluss gemacht hat und dann doch wieder mit mir zusammensein wollte, ist mir ein Rätsel», war von der jungen Frau zu erfahren.

Während der Zeit der Trennung, im Sommer 2017, kam es zu unschönen Begegnungen zwischen den beiden, wobei sich der junge Mann einige Verfehlungen zu Schulden kommen liess: Sachbeschädigung sowie mehrfache Tätlichkeiten, Beschimpfung, Drohung und Nötigung.

Nachdem ihn Mira angezeigt hatte, erliess die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten einen Strafbefehl gegen Arno und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 30 Franken, bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren, ferner zu einer Busse von 1500 Franken sowie der Kostenübernahme von 3200 Franken. Dagegen erhob der Beschuldigte Einsprache.

An der Verhandlung vor dem Bezirksgericht Bremgarten wollte Einzelrichterin Isabelle Wipf wissen, weshalb es am Bahnhof zur happigen Auseinandersetzung gekommen war. «Arno hatte bei unseren Treffen stets seinen Freund dabei. Ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht mehr möchte. Da ist er ausgerastet. Er war es ja auch, der sich von mir trennte», gab Mira zu Protokoll.

Während der Trennungsphase kam es immer wieder zu Begegnungen zwischen den beiden, wobei sich herausstellte, dass das Verhalten von Arno Ausdruck einer gehörigen Portion Eifersucht war.

Er machte Mira mehrmals Szenen, indem er drohte, ihr Leben zur Hölle zu machen und ihre Eltern, die nichts vom Freund ihrer Tochter wissen durften, über die Beziehung mit ihm aufzuklären. Er rief Mira mehrmals zu Hause an und kündigte an, sich umzubringen, weil er ohne sie nicht leben wolle.

Er wollte sich umbringen

Sie willigte nach solchen Anrufen zu weiteren Treffen ein. Dabei musste sie Arno einmal davor bewahren, sich in einen Fluss zu stürzen. Kurz darauf wollte er vor einen Zug springen. Mira hielt ihn zurück. Als sie Arno einmal mehr zu verstehen gab, sie wolle nichts mehr mit ihm zu tun haben, drohte er, sich einen Schraubenzieher in den Hals zu stecken.

Der abgewiesene Liebhaber tauchte auch vor der Wohnung von Mira und deren Eltern auf und forderte lauthals erneut eine Unterredung. Sie gab nach und folgte ihm bis zum Friedhof.

Dort ging es aber alles andere als friedlich zu und her: Arno ohrfeigte seine Begleiterin und beschimpfte sie. Wenig später nahm er das Handy aus Miras Tasche, warf es zu Boden, trat darauf herum und warf es schliesslich in einen Brunnen.

Die junge Frau und ihre Eltern fühlten sich stark bedroht, worauf Mira die Polizei einschaltete.

Eine Freiheitsstrafe für Arno stand nicht zur Diskussion, dafür die erwähnte Geldstrafe und die Busse, beide von Gerichtspräsidentin Isabelle Wipf in ihrem Urteil reduziert: 120 Tagessätze zu 30 Franken bedingt (Probezeit 2 Jahre) und 1000 Franken Busse. Zum Schluss legte sie Arno und Mira eindringlich nahe: «Geht einander inskünftig aus dem Weg.»