Wohlen
Ohne Manuskript und ohne Mikrofon fesselte Benedikt Weibel die Zuhörer

Rund 150 Personen zogen den Vortrag von Benedikt Weibel einem Champions-League-Fussballabend vor. Der ehemalige SBB-Chef enttäuschte sein Publikum einmal mehr nicht.

Toni Widmer
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Benedikt Weibel konnte die Zuhörerinnen und Zuhörer mit seinem Vortrag fesseln. Toni Widmer

Benedikt Weibel konnte die Zuhörerinnen und Zuhörer mit seinem Vortrag fesseln. Toni Widmer

Toni Widmer

Wer kam, und es waren erneut überraschend viele Vertreterinnen und Vertreter von Wohler Wirtschaft und Politik, dürfte seinen Entscheid am Ende kaum bereut haben.

Nicht nur wegen der Zug-Lokomotive Benedikt Weibel als prominentem Referenten. Der Abend erfüllte seinen Zweck auch nach dem offiziellen Teil.

Zum reichhaltigen Apéro aus der Kantine des Berufsbildungszentrum Freiamt (bbz) wurden neue Bekanntschaften geschlossen und in kleinen und grösseren Gruppen ausführlich über verschiedenste Themen diskutiert.

Standortmarketing und Networking – genau so, wie es an einem Wirtschaftsanlass eben sein muss.

Die Privatgeschäfte für die Frau

Gemeindeammann Walter Dubler sparte bei der Vorstellung des Referenten nicht mit Vorschusslorbeeren, sagte: «Benedikt Weibel war für mich während Jahren das sprechende Gesicht der SBB» und verriet dabei auch ein kleines Geheimnis:

«Verena Weibel, die Gattin unseres Referenten, ist im Handelsregister offiziell als Geschäftsführerin der Benedikt Weibel GmbH eingetragen. Wer sonst von uns würde öffentlich zugestehen, dass seine Frau zu Hause die Geschäfte führt?», scherzte Dubler und hatte die Pointe auf sicher.

Der ehemalige SBB-Chef, Koordinator der Fussball-EM 2008 und heutige Professor für «Praktisches Management» an der Universität Bern, enttäuschte das Publikum nicht.

Ohne Manuskript und ohne Mikrofon referierte Benedikt Weibel zum Titel «Achtung es geht uns gut – Führung in guten und schlechten Zeiten.»

Mit seinem spannenden, rhetorisch brillanten Vortrag konnte er seine Zuhörerinnen und Zuhörer über eine Stunde lang in seinen Bann ziehen und richtiggehend fesseln.

Dass er dabei tüchtig die Werbetrommel für sein neuestes Werk «Mir nach!: Erfolgreich führen vom heiligen Benedikt bis Steve Jobs», rührte, nahm ihm niemand übel.

Im Gegenteil, der mitgebrachte Buchvorrat zum Verkaufen und Signieren war eher zu knapp bemessen, wie sich nach der Veranstaltung zeigte.

Weibel bezeichnete die Antizipation – das vorausschauende Planen unter Einbezug aller möglichen Eventualitäten – als wichtigste Führungsaufgabe und zeigte mit Beispielen, was für positive Effekte das Befolgen dieser Regel haben kann.

So unter anderem der weitgehend problemlos verlaufene grosse Fahrplanwechsel im Dezember 2004. Nur ein halbes Jahr später standen die SBB wegen eines landesweiten Netzausfalls während Stunden still. Für Weibel eine eindrückliche Lektion: «In unseren Planungen hatten wir genau diese Eventualität nicht berücksichtigt.»

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