Oberlunkhofen
Nutzungsplanungs-Revision: Sieben Änderungen für ein gezielteres Wachstum

2012 genehmigten die Stimmbürger einen Kredit zur Überarbeitung der Bau- und Nutzungsordnung – jetzt dürfen sie mitreden.

Dominic Kobelt
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Blick ins Kelleramt und Oberlunkhofen. Archiv/az

Blick ins Kelleramt und Oberlunkhofen. Archiv/az

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Die Bevölkerung des Kelleramts wächst. Oberlunkhofen hatte vor 15 Jahren noch um die 1500 Einwohnerinnen und Einwohner, heute sind es bereits 1966. Für die Revision allgemeine Nutzungsplanung versuchen die Experten, das künftige Wachstum abzuschätzen: Im Jahr 2030 werden es laut kantonaler Vorhersage 2150 Einwohner sein. Die Experten vom Planungsbüro arcoplan gehen gar von 2311 aus.

Die Revision umfasst den Bauzonenplan, den Kulturlandplan und die Bau- und Nutzungsordnung. Ziel ist unter anderem, den Zuwachs zu steuern. «Es geht nicht nur darum, mehr Leute pro Fläche unterzubringen, sondern um ein geordnetes Zusammenleben», erklärte Renato Costamagna von arcoplan an einer Infoveranstaltung. Indem man definiert, in welchen Gebieten gebaut werden darf und wo Gewerbe- und wo Wohnzonen sind, soll eine Zersiedelung verhindert werden.

«Eine höhere Bevölkerungsdichte kann zu einem Qualitätsverlust führen, dies gilt es zu verhindern. Sie schätzen sicherlich die ländliche Idylle von Oberlunkhofen und möchten diese auch in Zukunft wahren», sagte Costamagna. Momentan liegen die überarbeiteten Pläne öffentlich auf, die Bevölkerung hat bis zum 15. November Zeit, Änderungsvorschläge schriftlich einzureichen. Der Kredit für die Überarbeitung wurde bereits 2012 von der Gemeindeversammlung genehmigt. Dass die Ausarbeitung so lange gedauert hat, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass man die eidgenössische Abstimmung über das Raumplanungsgesetz und dessen Auswirkungen abwarten wollte.

Viele Vorgaben zu berücksichtigen

Mit der Überarbeitung wurde auch auf das harmonisierte Baurecht umgestellt: Momentan wird nämlich nicht überall mit den gleichen Begriffen gearbeitet. Das war besonders für Architekten mühsam. Wenn es darum geht, wie hoch ein Haus werden darf, ist auch entscheidend, wie man genau misst. Neu spricht man von Fassadenhöhe oder Gesamthöhe, diese sind einheitlich definiert.

Für die Bevölkerung dürften besonders die sieben Umzonungen im Bauzonenplan interessant sein. Hauptsächlich werden im Dorfkern aus Wohnzonen und aus Dorfzonen neu Wohn- und Gewerbezonen. Weitere Änderungen betreffen zwei Zonen im Griesacher, wo einerseits aus einer WG2-Zone eine Gewerbezone wird, für die Nachbarparzelle wird eine Gestaltungsplanpflicht erlassen. «Am Plan selber wurde nicht viel gemacht, für die Betroffenen ist es aber dennoch entscheidend», erläuterte Costamagna.

Am Kulturlandplan ist vieles vom Kanton vorgegeben. Hier müssen nämlich Gewässerschutz, Naturschutz und Kulturobjekte berücksichtigt werden.

Nach der Auswertung der Mitwirkung und einer Vorprüfung folgt das Rechtsschutzverfahren, die Pläne werden voraussichtlich im vierten Quartal 2017 der Einwohnergemeindeversammlung vorgelegt. Alle Pläne sind auf der Website www.oberlunkhofen.ch abrufbar und können auf der Gemeindekanzlei eingesehen werden.