Seit fünf Wochen ist der Gemeinderat Rottenschwil nur noch zu dritt. Wenige Tage nach Gemeinderat Christoph Mathis war auch Gemeinderätin Gabriele Hartmann per sofort zurückgetreten. Sie begründeten ihr Ausscheiden mit Differenzen im Gemeinderat sowie mit persönlichen Gründen, wobei Gabriele Hartmann auch gesundheitliche Gründe angeführt hatte.

Kanton gibt grünes Licht

Rottenschwil hat eine angemessene befristete Lösung gefunden, damit der Gemeinderat funktionstüchtig bleibt. Mit Zustimmung des Kantons, genauer der Gemeindeabteilung des kantonalen Departements Volkswirtschaft und Inneres, engagiert die Freiämter Gemeinde einen externen Begleiter. Es handelt sich um eine in Gemeindeangelegenheiten erfahrene Person, die nicht in Rottenschwil wohnt.

Laut Frau Gemeindeammann Anna Hoppler wird der Name des externen Begleiters «erst nächste Woche bekannt gegeben, nachdem die Vertragsmodalitäten unter Dach und Fach sind.» Die auswärtige Person wird nach Bedarf bei Gemeinderatssitzungen und -beratungen eingesetzt. So wird die Beschlussfähigkeit der dreiköpfigen Gemeindebehörde – Gemeindeammann Anna Hoppler, Vizeammann Brigitte Hirter, Gemeinderat Daniel Moor – sichergestellt, wenn eines der drei Gemeinderatsmitglieder wegen Unfall oder Krankheit abwesend ist oder bei einem Sachgeschäft in den Ausstand treten muss.

Vorderhand bis Ende September

Laut Martin Süess vom Rechtsdienst der kantonalen Gemeindeabteilung dauert das Begleiter-Mandat einstweilen bis zum 28. September. An diesem eidgenössischen Abstimmungssonntag finden in Rottenschwil die Gemeinderats-Ersatzwahlen statt. Sie sind mit der Hoffnung verbunden, dass zwei neue Personen gewählt werden und sie recht zügig die Gemeinderatstätigkeit aufnehmen können. Falls nicht, würde das Mandat, das aus der Gemeindekasse Rottenschwil finanziert wird, verlängert.

An der Sommergmeind Rottenschwil von heute Freitag, 20. Juni, dürfte die externe personelle Unterstützung ein Thema der Gemeindeversammlung sein. Das traktandierte Hauptgeschäft der Versammlung ist die Gemeinderechnung 2013. Sie schloss bei einem Aufwand und Ertrag von je 2,8 Mio. Franken mit einem Plus (Mehrertrag) von rund 133 000 Franken ab.