Oberlunkhofen

«Nur die Reichen reichen nicht in einem Dorf»

Referent Josef Bürge sprach über Siedlungsentwicklung.  kob

Referent Josef Bürge sprach über Siedlungsentwicklung. kob

Die neue Gruppe «Frischer Wind Oberlunkhofen» will als Plattform für überparteiliche Diskussionen im Dorf agieren. Ihr erster Vortrag war sehr erfolgreich.

Die Dorfentwicklung liegt den Oberlunkhofern am Herzen. Das zeigte der erste Vortrag, den der noch im Entstehen begriffene Verein «Frischer Wind Oberlunkhofen» am Dienstag organisiert hat. Über 30 Personen folgten gespannt den Ausführungen des bald 70-jährigen Präsidenten der CVP-Senioren, Josef Bürge. Er referierte im Saal des Kellerämterhofs zum Thema «Landpolitik und Siedlungsentwicklung». Bürge, der über 20 Jahre lang Badener Stadtammann gewesen ist, betonte jedoch, dass er als Privatperson spreche, und nicht in die Gemeindepolitik eingreifen wolle.

«Grosser Handlungsspielraum»

«Die Gemeinde kann Einfluss darauf nehmen, in welche Richtung sie sich entwickelt. Besonders die Gemeinden im Aargau haben einen verhältnismässig grossen Handlungsspielraum», betonte der Referent. «Dazu ist aber eine frühzeitige Planung notwendig, die von der Stimmbürgerschaft abgestützt wird, denn so eine Entwicklung erstreckt sich über Jahrzehnte.» Er erläuterte, welches die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Land- und Siedlungspolitik sind.

Beim Entscheid von Investoren werde der Faktor Zeit immer entscheidender, sagte Bürge weiter. Um im Standortwettbewerb mithalten und flexibel reagieren zu können, sei die Nutzungs- und Zonenplanung wichtig.

Einheimischer Nachwuchs wichtig

«Eine Gemeinde sollte Landreserven zur Verfügung haben, das ermöglicht den Abtausch von Land», erklärte Bürge. Wichtig sei aber auch, dass die inhaltlichen Werte des Bodens in die Planung einfliessen, so der bald 70-Jährige. Entscheidend sei es, alle Interessen früh mit in die Planung einzubeziehen. So könnten Einsprachen vorgebeugt werden. «Denn», so der Referent, «Diskussionen sind besser als Gerichtsverfahren.»

Josef Bürge konnte aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen. Es brauche nicht nur frei stehende Einfamilienhäuser, erklärte der Ökonom. Diese lockten zwar gut verdienende Bevölkerungsschichten an, aber eine Gemeinde könne davon allein nicht leben. «Es braucht einen ausgewogenen Bevölkerungsmix. Der einheimische Nachwuchs ist enorm wichtig für die Gemeinde und sollte die Möglichkeit haben, ein Eigenheim zu erwerben.»

Überparteiliche Diskussion

Das rege Interesse zeigte, dass das Thema bei der Bevölkerung Aufmerksamkeit weckt. Die Anwesenden nutzten denn die Gelegenheit auch für viele Fragen. Besonders zum Andermatt-Areal wurden Ratschläge eingefordert.

Das Forum «Frischer Wind Oberlunkhofen» will auch in Zukunft weitere Anlässe durchführen und der Bevölkerung so eine Plattform zur überparteilichen Diskussion bieten. An zwei Veranstaltungen pro Jahr sollen Experten zu verschiedenen Themen der Gemeindepolitik sprechen. Dabei soll die Dorfentwicklung, aber auch Wohnen im Alter oder die Jugendarbeit zum Thema werden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1