Auw
Nur die «Knarre» war tabu

Auch die Regionalpolizei machte mit am Ferienpass der Region Muri. So durften 20 Kinder schon einmal üben, wie es sich als «richtiger» Polizist lebt.

Eddy Schambron
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Die Polizisten Roland Aeberli (vorne) und Andreas Zeder zeigen, weshalb Verhaftete Handschellen immer hinter dem Rücken tragen. ES

Die Polizisten Roland Aeberli (vorne) und Andreas Zeder zeigen, weshalb Verhaftete Handschellen immer hinter dem Rücken tragen. ES

Gebannt hingen die Augen der Kinder an den Lippen der beiden Polizisten Roland Aeberli und Andreas Zeder: Im Rahmen des Ferienpasses Region Muri erzählten sie gestern in Auw von ihrer Arbeit und liessen die 20 teilnehmenden Kindern allerlei ausprobieren. Diese zeigten sich interessiert und beeindruckt, etwa davon, wie vielseitig der Schlagstock eingesetzt werden kann.

Die Pistole bleibt im Halfter

Die meisten Wünsche der Kinder konnten die beiden Angehörigen der Regionalpolizei Muri erfüllen: den Polizeigriff demonstrieren, die kugelsichere Weste einmal anziehen, das Polizeiauto genauer unter die Lupe nehmen, gefesselt zu werden. «Nein», beschieden Aeberli und Zeder allerdings, als einer «die Knarre» gerne einmal selbst in den Händen gehabt hätte. Auch der Pfefferspray wurde nicht ausprobiert und der Drogenschnelltest ebenfalls nicht echt durchgeführt. Sonst gab es allerdings keine Tabus, auch wenn die eine oder andere Frage bestimmt durch Krimi-Serien im Fernsehen geprägt war. «Zuerst muss immer auf die Beine geschossen werden», meinte einer der Buben. Die Polizisten präzisierten: Geschossen wird nur, wenn das eigene Leben oder das anderer Menschen auf dem Spiel steht.

15 Kilo Schutz

Immer, wenn er nachts im Dienst unterwegs ist, trägt Andreas Zeder die leichte schusssichere Weste, die Pistolenkugeln und Messerstiche aufhält. «Ich habe Kinder zu Hause und will gesund wieder von einem Einsatz zurückkehren», erklärte er. Rund 15 Kilo schwer ist hingegen die Schutzweste, die auch Gewehrschüssen standhalten kann. Sie schränkt aber die Bewegungsmöglichkeiten ein und bietet trotzdem keinen umfassenden Schutz, wie ein Bub mit Kennerblick feststellte: «Gegen einen Kopfschuss nützt sie nichts.»

Die Luft ist schnell raus

Dafür hat die Regionalpolizei mit den Nagelbändern eine sichere und effiziente Methode, flüchtende Automobilisten zu stoppen. Die Nägel, die sich in den Pneu bohren, sind hohl, damit die Luft schnell aus dem Reifen entweicht. «Da kommt einer mit dem Auto nicht mehr weit», stellte Roland Aeberli fest.