Fischbach-Göslikon
Nun soll der geplante Reussarm mit einer Petition verhindert werden

Die IG Sandbank regt an, dass die Gemeinde ihr Land vorerst nicht der Pro Natura übergibt.

Dominic Kobelt
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Der Zugang zur Sandbank, dem beliebten Badeort, soll mit dem Renaturierungsprojekt erleichtert werden. kob

Der Zugang zur Sandbank, dem beliebten Badeort, soll mit dem Renaturierungsprojekt erleichtert werden. kob

Sieben Einwohnerinnen und Einwohner aus Fischbach-Göslikon haben sich Anfang November zur IG Sandbank zusammengeschlossen und wehren sich gegen das geplante Renaturierungsprojekt im Grien. Mittels Petition, die sie am Donnerstag an der Gemeindeversammlung überreichen werden, fordern sie den Gemeinderat auf, sich an Pro Natura Aargau zu wenden.

Die Haldenstrasse am Reussufer, die im Besitz der Gemeinde ist, soll nicht an die Naturschutzorganisation übergeben werden, bevor diese Gemeinderat und Bevölkerung angehört hat und deren Anliegen ins Projekt einfliessen. Konkret: Pro Natura Aargau soll «mit dem Auenprojekt Grien eine Fuss-/Fahrradbrücke von Fischbach-Göslikon nach Künten-Sulz planen.

Die Umsetzung ist Sache der Gemeinden und des Kantons». Die Petitionäre betonen: «Wir sind nicht gegen den Naturschutz.» Das Naturschutzprojekt werde aber «über die Köpfe von uns Einwohnern realisiert». Die Rede ist gar von einer Naturschutz-Diktatur von Pro Natura Aargau.

Neuer Reuss-Seitenarm

Warum soll das Gebiet in Fischbach-Göslikon renaturiert werden? 1993 beschloss das Aargauer Volk, dass 1 % der Kantonsfläche Auenland sein soll. Im Gebiet Grien will Pro Natura deshalb Blocksteine und Betonelemente entfernen und einen gut 200 Meter langen, bis zu 20 Meter breiten Seitenarm ausheben.

Rund 8000 m3 des Aushubs werden in die Reuss gekippt, damit eine Insel entsteht. Die bestehende Sandbank, ein beliebter Badeplatz, bleibt erhalten, das Ufer wird abgeflacht, damit der Zugang einfacher wird. Zusätzlich entsteht ein kleiner Picknick-Platz mit Feuerstelle. Bei Hochwasser würde künftig das Auengebiet anstelle der angrenzenden Felder überschwemmt.

Wird das Gebiet renaturiert, ist aber höchst ungewiss, ob einst eine Brücke zwischen Fischbach-Göslikon und Künten gebaut werden könnte. Die Idee besteht in den Köpfen schon länger.

Der Gemeinderat Fischbach-Göslikon hat eine entsprechende Anfrage an den Kanton gestellt, aber noch keine offizielle Antwort erhalten. Momentan können Wanderer die Reussseite zwischen Bremgarten und Gnadenthal nur mittels Fähre wechseln, und das nur zu sehr beschränkten Zeiten.