Öffentliche Auflage
Nun sind die Pflöcke für Umfahrung Sins gesetzt

Wenn alles rund läuft, wird die Südwestumfahrung Sins im Jahr 2021 dem Verkehr übergeben. Bis es so weit ist, braucht es aber noch viel Arbeit und zuerst einmal die Baubewilligung. Ab Dienstag läuft die öffentliche Auflage des Projektes bis 25. Juni.

Eddy Schambron
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Die geplante Südwestumfahrung wird ausgesteckt: Hier wird ein Kreisel ins Nordportal des 912 Meter langen Tunnels führen.

Die geplante Südwestumfahrung wird ausgesteckt: Hier wird ein Kreisel ins Nordportal des 912 Meter langen Tunnels führen.

Eddy Schambron

Bereits im Gang ist die Profilierung, wie Kantonsingenieur Rolf H. Meier und Projektleiter Erhard Wyss an einer Informationsveranstaltung darlegten.

Verkehrsbelastung Sins: Dauerthema seit rund 40 Jahren

Die Entlastung vom Verkehr ist in Sins ein Dauerthema. Zuerst wurde das Nadelöhr SBB-Niveauübergang aufgehoben und der Verkehr, der zuvor über die historische Holzbrücke fuhr, über eine neue Reussbrücke geführt. Schon damals hatte man eine Südwestumfahrung im Visier. Dann wurde die Einhorn-Kreuzung mit einem Kreisel entschärft. Der Grosse Rat nahm 1980 die Südwestumfahrung Sins ins Mehrjahresprogramm 1980–1985 für den Ausbau der Kantonsstrassen auf. Eine Projektstudie «Zweckmässigkeitsbeurteilung Südwestumfahrung Sins» wurde der Bevölkerung 2006 vorgestellt. Die Erarbeitung des generellen Projekts erfolgte zwischen 2009 und 2012. Der Grosse Rat beschloss schliesslich am 15. Januar 2013 den Kredit für den Bau der Umfahrung mit 100 zu 21 Stimmen. Anschliessend wurde das Bauprojekt ausgearbeitet. (es)

Es hat sich grundsätzlich nichts geändert am Projekt, das bereits die Zustimmung der Gemeindeversammlung Sins erfahren und dessen Kreditgesuch der Grosse Rat genehmigt hat. Die Linienführung der Südwestumfahrung ist gleich geblieben, im Norden führt ein grosser Kreisel in den neuen Tunnel, im Süden wird der bestehende Kreisel etwas grösser.

Es sind drei Ausgänge aus dem Fluchtweg vorgesehen, die als containerartige Kleinbauten an der Oberfläche zu sehen sein werden. «Aber im Hintergrund ist viel gegangen», machte Meier klar: Technische Berichte mussten erstellt, die Umweltverträglichkeitsprüfung gemeistert, die Eingabe für das Baugenehmigungsverfahren und das Ausführungsprojekt erstellt werden. Erste Gespräche mit Landeigentümern sind ebenfalls erfolgt. An drei Stellen werden archäologische Prospektionen (Erfassung von archäologischen Fundorten) mit Schlitzen in der Erde vorgenommen.

Nur eine Verlagerung?

Für Meier ist klar, dass auf der anderen Seite der Reuss «auch etwas gehen muss», damit sich der Stau nach der Realisierung der Südwestumfahrung Sins nicht einfach in den Kanton Zug verlagert. Bis jetzt höre man aus Hünenberg, von einer neuen Einspurstrecke abgesehen, allerdings nicht viel. «Man wird dort aber etwas unternehmen müssen; Verkehrsprobleme löst man nicht einfach von Dorf zu Dorf.»

Auf die entsprechende Frage, ob Aettenschwil als Zubringerstrasse vom Luzerner Seetal nach Sins in Zukunft nicht übermässig belastet werde, machte Gemeindeammann Josef Huwiler klar, dass flankierende Massnahmen angedacht und sogar mit der Nachbargemeinde Abtwil andiskutiert sind. Ebenso konnte Vizeammann Andreas Villiger beruhigen, dass die finanzielle Belastung für die Gemeinde Sins auch bei einer Verzögerung nicht grösser wird. «Die 9,8 Mio. Franken sind fix.»

Im Budget

Obwohl die Umfahrung bereits etwas Rückstand auf die Marschtabelle hat, hat der Kanton die Kosten im Griff, wie Wyss ausführte. «Wir sind immer noch im Rahmen des bewilligten Kredites.» Die Gesamtkosten betragen 88,4 Millionen Franken. Davon entfallen Anteile von 78,6 Millionen Franken auf den Kanton und 9,8 Millionen Franken auf die Gemeinde Sins.

Die Südwestumfahrung Sins wird das stark belastete Dorfzentrum und dessen Zufahrtsachsen vom Verkehr entlasten. Ein Bestandteil des Projekts ist auch die Anpassung und Aufwertung der Aarauerstrasse K124, die aus dem Kantonsstrassennetz entlassen und in einem instand gestellten Zustand an die Gemeinde Sins übergeben werden soll. Über die Notwendigkeit und Ausgestaltung weiterer Massnahmen an der Luzernerstrasse K125 wird erst nach Vorliegen der Resultate aus dem Verkehrs-Monitoring entschieden.

Kernstück der Umfahrung ist ein 912 Meter langer Tagbautunnel. Von Norden führt eine 67 Meter lange Bachtalbrücke den Verkehr zum Tunnel. Die Kreisel in Norden und im Süden werden Durchmesser bis zu 45 Metern haben. Sämtliche Informationen sowie Projektpläne sind nicht nur auf der Gemeindekanzlei einsehbar, sondern auch unter www.ag.ch/umfahrungsins.

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