Der Brand der Pariser Notre-Dame-Kathedrale weckt bei vielen Bremgartern Erinnerungen an eine Feuersbrunst vor 35 Jahren. Die Stadtkirche brannte im März 1984 bis auf die Grundmauer nieder. Wie in Paris zeugte dichter Rauch weithin von der Katastrophe.

Jules Koch stand an diesem schwarzen Mittwoch im Löscheinsatz. "Ich konnte es erst fast nicht glauben – (es war) wie heute", sagt er zum Regionalsender Tele M1. Als er am Montag im Teletext gelesen habe, dass das Pariser Gotteshaus derzeit renoviert werde, habe er an das Feuer in Bremgarten gedacht. Auch im Reussstädtchen war eine Kirchenrenovation im Gang, als der Brand ausbrach.

Vor 35 Jahren brannte in Bremgarten die katholische Pfarrkirche.

  

Bruno Notter stand als Stadtpolizist im Einsatz. Er erinnert sich an Gaffer: "Wir nahmen eine Schlauchleitung und spritzten von oben auf den Boden, damit sie zurückwichen." Gewisse Szenen sieht er noch heute vor dem inneren Auge. "Es hatte Gasflaschen im Innern", erinnert er sich. Jemand habe gerufen: "Alle raus!" Und tatsächlich seien die Flaschen explodiert.

Fresken entdeckt

Der Brand richtete nicht nur Zerstörung an – er brachte auch einige Schätze ans Tageslicht. Unter dem abgebrannten Dachstock kamen Fresken hervor. Der Bremgarter Chronist Hugo Huwyler sagt: "Die Kirche wurde schöner, als sie vorher war."

In Bremgarten kam ein Löschhelikopter zum Einsatz, weil die Schläuche zu kurz waren. In Paris verzichtete man auf das Löschen aus der Luft. Das erregte Aufmerksamkeit, weil US-Präsident Donald Trump auf Twitter vorschlug, man könnte Löschflugzeuge einsetzen. Der Zürcher Feuerwehrkommandant Peter Wullschleger erklärte im Interview mit CH Media, warum das keine gute Idee gewesen wäre: "Löschhelikopter zum Beispiel können gar nicht fliegen bei dem Rauch. Und auch Löschflugzeuge sind ungeeignet: Das sind Tonnen von Wasser auf einen Schlag. Spätestens so bringt man ein Dach zum Einsturz." (mwa)