Im Sommer vor knapp sechseinhalb Jahren musste ein einmotoriges Kleinflugzeug auf einem Kartoffelacker in Waltenschwil nach einem Motorenausfall notlanden. Letzten Dienstag wurde nun nach langer Untersuchung der Unfallbericht der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (Sust) veröffentlicht.

Wie dieser jetzt hervorbringt, fiel der Motor aus, weil die mechanische Treibstoffpumpe wegen eines Fabrikationsfehlers versagte und zudem die Funktionstüchtigkeit der elektrischen Treibstoffpumpe eingeschränkt war. Der Bericht schlussfolgert auch: «Zum Unfall beigetragen hat das Unterlassen einer gründlichen Fehlersuche, nachdem die Störung der Treibstoffversorgung sich bereits zweimal vor dem Unfall manifestiert hatte.»

Landung auf dem Acker

Der zweisitzige Flieger vom Typ Diamond Aircraft Industries DV 20, «Katana», war auf einem Überführungsflug von Hausen am Albis zum Flughafen Birrfeld. Es war der erste Flug nachdem das Flugzeug in Hausen am Albis einem Routine-Check, der alle 100 hundert Flugstunden durchgeführt werden muss, unterzogen wurde. Bei diesem wird das Luftfahrzeug auf allfällige Beschädigungen untersucht, die Auswirkungen auf die Flugtauglichkeit des Geräts haben. Die defekte Benzinpumpe wurde jedoch trotz mehrmaligem Warnhinweis nicht bemerkt und deshalb auch nicht ausgetauscht.

Kurz nach dem Start begann der Motor zu stottern und über der Gemeinde Wohlen fiel er ganz aus. Der Pilot reagierte schnell. Er kontaktierte den Flughafen Birrfeld, informierte diesen über eine Notlandung südlich von Wohlen und suchte sich gleichzeitig eine geeignete Wiese für die ausserplanmässige Landung. Der Pilot vollführte aber einen zu steilen Sinkflug, sodass er es nicht mehr ganz bis zu der von ihm angepeilten Wiese schaffte. Schliesslich setze er in einem Kartoffelfeld im Büelisacker in Waltenschwil auf. Wegen des weichen Untergrunds kam die Maschine schon nach 22 Metern zum Stehen und überschlug sich beinahe. Trotzdem blieben der Pilot sowie sein Passagier unverletzt und das Flugzeug wurde nur leicht beschädigt.

Dauer ist im Normalfall kürzer

Laut Michael Flückiger, Untersuchungsleiter der Sust, gebe es zwei Gründe für die doch sehr langen Ermittlungen. «Zum einen gab es bei uns intern organisatorische Probleme», sagt Flückiger. Zum anderen stellte man fest, nachdem der Fehler an der mechanischen Benzinpumpe relativ schnell erkannt wurde, dass auch die elektrische fehlerhaft war.» Dazu kam, das die Hersteller der betroffenen Teile nicht oder nur spärlich auf Anfragen reagierten. Im Normalfall dauere eine Untersuchung zu einem derartigen Fall nur etwa eineinhalb Jahre.