Wohlen leuchtet golden im Advent: Seit Ende November tauchen 140 Leuchtsterne das Dorf in warmes Licht und sorgen für Weihnachtsstimmung. Es ist jedoch kein himmlisches Licht, das Wohlen erleuchtet, sondern banaler Strom – und davon braucht die Weihnachtsbeleuchtung eine beachtliche Menge: Laut Urs Münger, Geschäftsleiter der IBW Technik AG, fressen die dekorativen Lichter pro Advent satte 36000 Kilowattstunden (KWh). Zum Vergleich: Ein vierköpfiger Haushalt verbraucht zwischen 4500 und 5000 KWh jährlich – sprich der Jahresverbrauch der Beleuchtung entspricht dem von rund acht Familien.

Nächstes Jahr werden die Stromfresser jedoch abmontiert und ausgetauscht. Der Gemeinderat hat LED-Lämpchen für rund 20000 Franken bewilligt. Zwar ist dies ein beachtlicher Kredit, doch die Einsparungen, die mit Leuchtdioden möglich sind, beeindrucken: Mit 2000 KWh werden nur noch 5 Prozent der bisher benötigten Elektrizität aufgewendet.

Doch nicht nur Wohlen setzt auf stromsparenden Lämpchen, die LED-Lichter sind im Freiamt regelrecht zum Trend geworden: Dottikon erstrahlt seit letztem Jahr in LED-Licht – Kandelaber wie auch Weihnachtsbaum sind mit Leuchtdioden betrieben. Sarmenstorf hat heuer zum ersten Mal eine Weihnachtsbeleuchtung und setzt natürlich auf LED-Lichter.

Nur in Bremgarten haben die Leuchtdioden derzeit keine Chance. Besitzer der Weihnachtsbeleuchtung ist der Verein Christchindli-Märt. Gregor Kaufmann, Verantwortlicher für Beleuchtung und Strom, kann den Hype um die Leuchtdioden nicht verstehen. «Wieso verbeissen sich plötzlich alle auf in dieses LED?», fragt er. Bremgarten setzt auf herkömmliche 10-Watt-Glühbirnen – aus Überzeugung: «Es gibt keine Weihnachtsbeleuchtung mit LED-Lampen, die sich mit unserer in Bremgarten vergleichen lässt», so Kaufmann. Das Licht der Leuchtdioden sei zu wenig warm. Da Wohlen einzelne Elemente habe, lasse sich das dort machen. Bei den Bremgartner Leuchtsträngen funktioniere das nicht.

Auf die Frage, ob man in Zeiten der Energiewende zugunsten der Ästhetik auf stromsparende Massnahmen verzichten darf, wird nur ausweichend eingegangen: Als man vor einigen Jahren die 15-Watt- durch 10-Watt-Birnen ersetzt habe, sei dies von der Öffentlichkeit kaum beachtet worden.

Damit die Bremgarter auf LED umstellen, müsse eine «dauerhafte und bezahlbare» Lösung auf den Markt kommen. Momentan sei dies aber kein Thema: «Mein Vorrat reicht noch für sechs Jahre – und wenn er aufgebraucht ist, bestelle ich in China nach», stellt Kaufmann klar. Der Wechsel auf LED sei für den Verein ganz klar zu teuer. Für die Elektrizität muss der Verein jedoch nicht selbst aufkommen: Den Strom für die Weihnachtsbeleuchtung wird von der Stadt Bremgarten bezahlt.