Kantonaler Richtplan

Nordumfahrung soll Muri vom Verkehr entlasten

Dreh- und Angelpunkt für den Verkehr

Kreisel in Muri

Dreh- und Angelpunkt für den Verkehr

Mit einer Nordumfahrung von Muri würde der Kreisel und die Zürcherstrasse vom Verkehr entlastet. Nach einer Gesamtüberarbeitung liegt der Richtplan bis 23. Dezember zur Vernehmlassung öffentlich auf

Zudem würde mit der im überarbeiteten kantonalen Richtplan enthaltenen Linienführung von einer neuen Strasse auch Birri profitieren. «Wir haben vor drei Monaten erfahren, dass die Nordumfahrung als Vororientierung im Richtplan aufgenommen wird», sagt der Murianer Gemeindeammann Josef Etterlin, «ich habe nichts dagegen.» Vielmehr möchte er sich vorstellen, dass die Linienführung nordwestlich verlängert wird bis zur Schlyffistägkurve. «Dann könnte die Umfahrung auch gleich den Verkehr aus dem Luzerner Seetal aufnehmen.» Aber er macht sich keine Illusionen: «Sollte diese Umfahrung kommen, bin ich 90-jährig.»

«Dunkelschwarz» in Aristau

Ueli Küng, Gemeindeammann von Aristau, spricht von einer «Vision, von der wir nicht so viel halten». Die Linie führe durch Quellschutzgebiet, auch sei die Höhendifferenz zwischen Muri und der Reussebene beträchtlich. «Da würde es eine halbe Brücke brauchen.» Aus diesem Grund sieht er die Chancen für den kantonalen Denkanstoss «dunkelschwarz». Allerdings sei jetzt klar, dass die seit Jahren diskutierte Südumfahrung vom Tisch ist. «Wir haben gemäss kantonalen Vorgaben zu wenig Verkehr», sagt Küng. Es müssten 16000 Fahrzeuge pro Tag sein, um eine Umfahrung zu rechtfertigen. Küng lobt trotzdem die kooperative Haltung des Kantons. Mit dem seit 1.Januar 2010 in Kraft getretenen Baugesetz ist es möglich, Gestaltungspläne auf Kantonsstrassen zu machen. Diese Chancen wollen die Gemeinden Aristau, Merenschwand und Muri für ihre Zürcherstrassen nutzen und mit Kantonsvertretern zusammensitzen.

Der Richtplan unterscheidet drei Kategorien. In der Stufe «Vororientierung» werden Projektideen aufgenommen, welche in ihrer räumlichen Auswirkung noch weitgehend unbestimmt sind. Im «Zwischenergebnis» befinden sich räumlich konkretisierte, aber noch nicht abschliessend abgestimmte Trasseefreihaltungen und in der Kategorie Festsetzung sind räumlich abgestimmte Bauvorhaben enthalten.

Neue West-Ost-Verbindung

Die nördliche Umfahrung von Birri und Muri diene langfristig einer neuen West-Ost-Verbindung zwischen den beiden Nord-Süd-Talachsen, hält das Departement Bau, Verkehr und Umwelt in seinen Erläuterungen zur Gesamtrevision des Richtplans fest. Mit einer Linienführung nördlich des Siedungslungsgebietes von Muri könne längerfristig die K261 Zürcherstrasse inklusive des zentralen Kreiselknotens mitten in Muri und des stark belasteten Abschnitts mit der engen Bahnunterführung westlich der Verzweigung Muri-Althäusern entlastet werden.

Mit der Autobahneröffnung A4 im Knonaueramt werde die Nord-SüdAchse entlastet, hingegen sei auf den Querachse Muri-Birri-Ottenbach und Merenschwand-Obfelden eine Verkehrszunahme zu erwarten, hielt der Kanton vor der Eröffnung der A4 fest. Die ersten Verkehrserhebungen nach der Inbetriebnahme der A4 zeigen jedoch, dass sich die befürchtete Verkehrszunahme auf den beiden Querachsen bisher nicht eingestellt hat. «Langfristig, auch mit einer stärkeren Siedlungsentwicklung in den regionalen Entwicklungsschwerpunkten Boswil, Muri und Sins, ist denkbar, dass Birri mit einer Umfahrung geschützt werden muss», hält das Departement aber fest. Diese soll jedoch nicht mehr südlich, sondern nördlich von Birri verlaufen. Für die Umfahrung spreche zudem die Absicht des Kantons Zürich, Ottenbach mit einer Umfahrung zu schützen. Das werde die Achse über Birri attraktiver machen.

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