Bis Ende Juli müsste der Verein Help-Point Sumy sein bisheriges Lager für Hilfsgüter geräumt haben. Doch trotz grossem Einsatz der Freiwilligen-Organisation konnte bisher noch kein Ersatz gefunden werden. «Wir haben zwar viele Reaktionen auf unseren Hilfeaufruf in den Medien erhalten, doch eine konkrete Lösung gibt es bisher nicht», sagt Vereinspräsidentin Marianne Piffaretti.

Es sei auch nicht einfach: «Ein neuer Lagerraum sollte mindestens 500 Quadratmeter gross und ebenerdig zugänglich sein. Weiter wäre ein Kran ideal, mit dem wir unsere Container auf die Auflieger verladen können.»

Das grosse Problem des Vereins sei, dass er für ein Lager kaum Miete bezahlen könnte: «Unsere Finanzen sind sehr knapp, obwohl alle unsere Helferinnen und Helfer unentgeltlich arbeiten. Sie bezahlen sogar ihren Aufwand für die Hilfstransporte aus dem eigenen Sack», sagt Piffaretti. Auch sie selber reise jeweils auf eigenen Kosten nach Sumy, wenn sie dort die Verteilung der Hilfsgüter koordiniere, die zweimal jährlich von Wohlen aus in die Ukraine transportiert werden.

Fristverlängerung ist lediglich eine kurze Verschnaufpause

Inzwischen hat die Ferrowohlen AG die Frist um ein paar Wochen verlängert und der Verein seine Auflieger auf dem Lagerplatz der Firma Notter in Wohlen deponieren können. Doch das kommt lediglich einer kurzen Verschnaufpause gleich: «Es gibt noch etwas Hoffnung», sagt Piffaretti.

«Unter anderem sind wir mit der Armee in Verhandlung. Vielleicht können wir unser Material zumindest vorübergehend auf dem Waffenplatz in Bremgarten deponieren. Aber eine definitive Zusage haben wir nicht.»

«Wir können nicht von heute auf morgen aufhören»

Der Verein Help Point Sumy aus Wohlen leistet seit rund 15 Jahren in der Ukraine humanitäre Hilfe. Die Freiwilligen der Organisation sammeln schweizweit unter anderem Spitalbetten, Schulmöbel, Einrichtungen für Kindergärten und Altersheime, medizinisches Material für Spitäler und Arztpraxen und Ausrüstung für Feuerwehr und Rettungsdienste. Mit zwei Lastwagenkonvois im Jahr werden die Hilfsgüter in die Stadt Sumy gebracht, das Gebiet im Norden der Ukraine gilt als Armenhaus des Landes.

Marianne Piffaretti hofft, dass das Lagerproblem bald gelöst werden kann. «Wir können unsere Aktivitäten nicht von einem Tag auf den anderen einstellen. Es sind nach wie vor wichtige Projekte am Laufen.»