Niederwil
Multimedial und modern: Das neue Museum Gnadenthal macht auch Gallati Freude

Am 29. August eröffnet das komplett neu gestaltete und erweiterte Museum Gnadenthal beim Reusspark in Niederwil für die breite Öffentlichkeit. Es verbindet historische Originalobjekte mit multimedialen Elementen und bezieht neu nebst der Geschichte des Klosters auch die Anfänge der heutigen Pflegeanstalt mit ein.

Marc Ribolla
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Regierungsrat Jean-Pierre Gallati beim Besuch im Museum Gnadenthal und Reusspark-Direktorin Alexandra Heilbronner (links) erhalten von einer Mitarbeiterin Informationen zur Ausstellung.

Regierungsrat Jean-Pierre Gallati beim Besuch im Museum Gnadenthal und Reusspark-Direktorin Alexandra Heilbronner (links) erhalten von einer Mitarbeiterin Informationen zur Ausstellung.

Valentin Hehli

Es ist ein weiterer grosser Moment für die Institution Reusspark. «Wir haben lange auf diesen Tag gewartet, der Reusspark ist nun um eine Attraktion reicher», freute sich Alexandra Heilbronner. Die Direktorin der Pflegeeinrichtung beim Kloster Gnadenthal in Niederwil war glücklich, dass nun in wenigen Tagen am 29. August das neue Museum Gnadenthal eröffnet werden kann.

In einem exklusiven Anlass erhielten geladene Gäste und Förderer am Dienstagabend einen ersten Einblick in die Ausstellung und die Neugestaltung. Auch Regierungsrat Jean-Pierre Gallati liess es sich trotz seines Geburtstags nicht nehmen, das Museum zu besuchen.

Im Dachstock des Klosterflügels ist neu eine Ausstellung mit historischen Objekten aus der Geschichte der Pflegeanstalt ab 1894.
15 Bilder
Im Estrich wurde ein ehemaliges Pflegezimmer rekonstruiert. Dort finden neu szenische Führungen statt.
Viele Originalobjekte aus den vergangenen Jahrzehnten werden den Besuchern präsentiert.
Im Refektorium wird die Geschichte des Klosters Gnadenthal veranschaulicht.
An sechs Stationen können auf dem Audiorundgang mit einem QR-Code Erzählungen aus der Klostergeschichte aufs Smartphone geladen werden.
Viele bisher in den Archiven gelagerte Objekte können nun ausgestellt werden.
In den Vitrinen gibt es Historisches zu entdecken.
Beim ehemaligen Entenhaus ist der Start des Museumrundgangs.
Im Innern bekommen die Besucher in einem Kurz-Film erste Informationen über die Klostergeschichte und die Historie der Pflegeanstalt.
Regierungsrat Jean-Pierre Gallati mit Reusspark-Direktorin Alexandra Heilbronner.
Die Schwestern Nora und Jana Bürger umrahmten die Eröffnungsfeier mit Violoncello und Harfe.
Fabian Furter und sein Büro ImRaum in Baden war fürs Museumskonzept zuständig.
Jean-Pierre Gallati: «Das neue Konzept steigert die Attraktivität des Reussparks.»
Kurt Notter, Präsident a.i. des Vereins Gnadenthal.
Auf dem Rundgang durchs Museum Gnadenthal.

Im Dachstock des Klosterflügels ist neu eine Ausstellung mit historischen Objekten aus der Geschichte der Pflegeanstalt ab 1894.

Valentin Hehli

Als Träger des Reussparks spielte der Verein Gnadenthal eine wichtige Rolle. Kurt Notter, Vereinspräsident a.i., sagte: «Wir waren uns immer bewusst, dass sich ein wertvolles geschichtliches Erbe in unserem Portefeuille befindet.» Mit den Vorbereitungen zur Gesamtsanierung der zwei Klosterflügel West und Reuss (2017–2020) wurde beschlossen, die Geschichte des Klosters aufzuarbeiten und dem bestehenden Museum ein neues Gesicht zu geben.

Dieses wurde Anfang der 1980-Jahre eingerichtet, seither nicht mehr verändert und kam mittlerweile etwas «verstaubt» daher. Das neue Projekt stiess auf breite Zustimmung. Es fand Unterstützung bei Stiftungen, Firmen sowie Privaten und erhielt auch Gelder aus dem Swisslos-Fonds. Kurt Notter erklärte:

«In den Archiven lagerten viele Schätze, die nur darauf warteten, gehoben und ans Tageslicht gebracht zu werden.»
Kurt Notter, Präsident a.i. des Vereins Gnadenthal.

Kurt Notter, Präsident a.i. des Vereins Gnadenthal.

Valentin Hehli

Dies ist nun der Fall. Auf zwei Ebenen. Im ehemaligen Refektorium, also dem Speisesaal, bekommen die Besuchenden Einblick in viele Originalobjekte. Diese erzählen vom Leben und dem Alltag der Nonnen des Zisterzienserordens im früheren Kloster, das vom 13. Jahrhundert bis 1876 existierte.

Neu ist die Ausstellung im Estrich, wo man im Rahmen von Führungen Zutritt bekommt und die sich um die Anfänge der Pflegeanstalt ab 1894 dreht. Angeboten werden dort auch szenische Führungen mit Schauspielern, die in einem rekonstruierten alten Pflegezimmer auftreten.

Das Entenhaus ist der Startpunkt des Audiorundgangs

Wer das Museum Gnadenthal besucht, beginnt die Visite im ehemaligen Entenhaus und erhält dort einen kurzen Einführungsfilm. Begleitet wird der Besuch von einem Audiospaziergang durchs Klostergelände und Räumlichkeiten. Via QR-Code können die Gäste an sechs Stationen ein Hörspiel auf ihr Smartphone laden und Geschichten von Frauen hören, die die Historie des Gnadenthals beeinflusst haben.

Das ist bewusst so gewählt, wie Fabian Furter von den Ausstellungsmachern ImRaum aus Baden erklärte: «Das Gnadenthal war immer eine Institution, wo Frauen das Sagen hatten, das machten wir uns zunutze.» Deshalb kämen auf dem Audiorundgang nur Frauen zu Wort.

Der Reusspark habe sich im Laufe der Zeit immer mehr auch zu einer Ausflugsdestination entwickelt, lobte Regierungsrat Gallati in seiner Rede und betonte das grosse Engagement seitens des Vereins. Er sagte:

«Das neue Konzept steigert sicher die Attraktivität des Reussparks weiter.»

Ziel sei es laut Kurt Notter gewesen, eine verständliche und niederschwellige Vermittlung der Klostergeschichte aufzuzeigen. Er sagt: «Ich denke, es ist dem Reusspark gelungen, neben unserem Hauptauftrag, ein Zentrum für Pflege und Betreuung, doch ein anspruchsvolles, schönes und interessantes Museum einem breiten Publikum anzubieten.»

Das Museum Gnadenthal wird jeweils an einem Sonntag im Monat von 13 bis 17 Uhr offen sein. Weitere Informationen gibt es auf www.museum-gnadenthal.ch

Eröffnungsprogramm vom 29. August

10 bis 11 Uhr: Gottesdienst

11.30 bis 12.30 Uhr: Öffentliche Museumsführung

13.30 bis 14.30 Uhr: Szenischer Rundgang

15 bis 15.45 Uhr: Konzert von Romanesca (Barocke Musik)

16 Uhr: Szenischer Rundgang

Ganztags historische Darsteller auf dem Areal

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