Niederwil
Es geht in die dritte Runde: Das Referendum gegen die Asylunterkunft ist zu Stande gekommen

Gegen den Bau der Niederwiler Asylunterkunft wurde das Referendum ergriffen. 452 Niederwilerinnen und Niederwiler setzten ihre Unterschrift darunter. Die Stimmberechtigten werden nun an der Urne, am 24. Oktober, nochmals über das Geschäft befinden.

Nathalie Wolgensinger
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An der Hubelstrasse 18, neben der Gärtnerei Gisler, soll die Asylunterkunft zu stehen kommen.

An der Hubelstrasse 18, neben der Gärtnerei Gisler, soll die Asylunterkunft zu stehen kommen.

Andrea Weibel (20. Mai 2021)

Was im Juni dieses Jahres als Happy End einer langen Geschichte gefeiert wurde, ist bereits wieder Makulatur. Damals hiess die Gemeindeversammlung mit 119 Ja- gegen 43-Nein-Stimmen den Bau der Niederwiler Asylunterkunft an der Hubelstrasse deutlich gut. Und dies, nachdem an der vorangegangenen Infoveranstaltung Kritik an den Plänen des Gemeinderates laut wurde. Manch einer dürfte verwundert gewesen sein, dass dieses Geschäft dann doch so deutlich passierte.

Das erste Kapitel dieser Geschichte wurde 2018 aufgeschlagen. Damals erfuhr man, dass die elf vorläufig aufgenommenen Personen, welche die Gemeinde unterbringen muss, nicht mehr länger in der ehemaligen Bauarbeiterbaracke an der Hauptstrasse 9 wohnen können. Die Baracke ist sanierungsbedürftig und der Eigentümer plant dort eine Überbauung.

Der Gemeinderat ging über die Bücher und schlug vor, ein altes Haus an der Göslikerstrasse zur Asylunterkunft umzubauen. Das Geschäft wurde aber von der Gemeindeversammlung bachab geschickt. Es folgte eine langwierige Suche nach einer Alternative. Diese fand sich schliesslich am Hubelweg. Dort besitzt der Verein Gnadenthal ein baufälliges Haus. Die Verantwortlichen des Vereins erklärten sich bereit, das Haus abzureissen und das Bauland im Baurecht abzugeben.

Das grosse Erstaunen über das Referendum

Der Gemeinderat plante einen Neubau auf dem Stück Land, das sich neben der Gärtnerei Gisler befindet. An einer Infoveranstaltung im Mai dieses Jahres präsentierte man die Pläne für einen zweistöckigen Neubau und den damit verbundenen Verpflichtungskredit in der Höhe von 860'000 Franken. Damals wurde die Befürchtung geäussert, dass der Bau der Asylunterkunft die benachbarten Grundstücke entwerten könnte.

Die Gemeindeversammlung im Juni hiess dann aber das Geschäft nach kurzer Diskussion gut. Dass nun das Referendum ergriffen wurde, erstaunt Aussenstehende. 452 Niederwilerinnen und Niederwiler setzten ihre Unterschrift unter das Referendum, notwendig wären 381 gewesen.

Gemeinderätin Cornelia Stutz kommentiert dies wie folgt:

«Natürlich war ich im ersten Moment enttäuscht, dass das Referendum zu Stande kam. Aber wir leben in einer Demokratie, das gilt es zu akzeptieren.»

Die Planungsarbeiten für das Gebäude seien schon weit fortgeschritten, berichtet sie. Geplant war, dass die Unterkunft im Herbst 2022 bezugsbereit ist. Nun muss aber erst die Urnenabstimmung vom 24. Oktober abgewartet werden. Gemeinderätin Stutz gibt nicht auf und sagt: «Ich hoffe, dass wir irgendwann eine Lösung finden werden.»

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