«Nicht zu ringen, war kein Thema»

Nicola Küng ist neuer Präsident der Ringerstaffel Freiamt. Er blickt optimistisch auf die neue NLA-Saison, die morgen startet.

Wolfgang Rytz
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Nicola Küng amtiert als Präsident der Ringerstaffel Freiamt.

Nicola Küng amtiert als Präsident der Ringerstaffel Freiamt.

Bild: Wolfgang Rytz

Der erst 31-jährige Aristauer Nicola Küng hat nach einem interimistischen Jahr definitiv das Präsidium bei der Ringerstaffel (RS) Freiamt übernommen. Trotz seines jugendlichen Alters geniesst er im Verein hohes Ansehen. Küng ist im Training immer noch ein Spitzenringer, obwohl er nach vielen Verletzungen keine Wettkämpfe mehr bestreitet. Im Gespräch blickt der RS-Freiamt-Präsident auf die bevorstehende verkürzte Nationalliga-A-Saison, die für die Freiämter morgen Samstag in Einsiedeln beginnt.

Was erwarten Sie von der neuen Saison?

Nicola Küng: Das ist aktuell eine gute Frage, weil vieles anders ist. Die verbleibenden Teams wollen die Meisterschaft möglichst normal beginnen. Wir gehen ein Risiko ein und betreiben einen grösseren Aufwand. Aber wir leben in der Vorfreude, dass wir es überhaupt wagen.

Welche Folgen hat Corona auf die Mannschaftskämpfe?

In diesem Herbst sind nur vier Vereine in der Nationalliga A dabei. Deshalb ist die Meisterschaft am 14. November schon zu Ende. Organisatorisch fordert uns diese Saison heraus. So ist zum Beispiel der Austausch zwischen Ringern und Publikum verboten. Die Zuschauer dürfen nur an ihrem Sitzplatz ohne Maske sein. Da sind wir auf die Unterstützung von allen angewiesen.

Was unternimmt die RS Freiamt sportlich, dass es zum Titelgewinn reicht?

Wir tätigten mit Kaderjunior Christian Zemp von Brunnen einen guten Transfer. Ausserdem ist Randy Vock wieder fit. Alle sind nach zwei einwöchigen Trainingslagern in guter Verfassung.

Wie kam dieser Transfercoup denn zustande?

Christian Zemp fragte uns bereits Ende letzten Jahres an. Seit Monaten trainiert er schon bei uns und passt gut zu uns. Nachdem wir mit seinem alten Verein Brunnen eine Lösung finden konnten, war der Wechsel klar. Dank ihm haben wir in den oberen Gewichtsklassen mehr Varianten zur Verfügung.

Aber die Weinfelder Doppellizenzringer Yves Müllhaupt und Jeremy Vollenweider fehlen.

Ja, der Verband stellt im Coronajahr keine Doppellizenzen aus, und auch Transfers sind seit Mitte August nicht mehr möglich. Für den Schweizer Ringsport ist dies ein gutes Signal, denn die Vereine müssen so vermehrt auf eigene Kräfte setzen.

Was ist mit Schwingerass Nick Alpiger, der bei euch trainierte?

Ich glaube nicht, dass er antreten wird. Aber wer weiss. Wir sind nur schon froh, dass er bei uns trainiert, damit unsere Schwergewichter eine Herausforderung haben.

Ist der Aufwand mit Schutzkonzepten von Verband und Kanton nicht sehr gross, wenn die Gefahr besteht, dass die Meisterschaft abgebrochen wird?

Auf der einen Seite ist die Frage berechtigt. Aber für uns wars nie ein Thema, nicht zu ringen. Diesen Aufwand nehmen wir gerne auf uns, damit wir endlich wieder Kämpfe austragen können.

Wie viele Zuschauer erwarten Sie bei den Heimkämpfen?

Wir haben in unseren Freiämter Dreifachhallen mit den Schutzmassnahmen wohl noch eine Kapazität von rund 400 Zuschauern. Mit diesem Aufmarsch rechne ich ungefähr. Wir werden vier bis fünf Sektoren vorbereiten.

Könnte die Saison zu einem Verlustgeschäft werden?

Nein, wir haben die Kosten im Griff. Dank Sponsoren sind wir abgesichert. Wir werden sicher weniger Gewinn als im letzten Jahr erreichen, aber das ist nicht relevant.

Was sind Ihre Saisonziele?

Zuerst einmal hoffe ich, dass die ganze Saison gerungen werden kann. Unser Ziel ist natürlich der Final. Zum Auftakt haben wir in Einsiedeln einen guten Gradmesser. Besonders freue ich mich auf die Kämpfe gegen Meister Willisau.