Umfahrung Sins

«Nicht nur der Verkehr profitiert»: Sieben Monate Vorsprung auf den Bauplan

Die Bauarbeiten an der Südwestumfahrung Sins laufen besser als geplant: Nächsten Herbst sollen sie fertig sein. Es handle sich dabei um die derzeit grösste Baustelle des Kantons.

Gesamtprojektleiter Marius Büttiker platzte schier vor Stolz, als er am Dienstag, im Beisein von Regierungsrat Stephan Attiger, zur Besichtigung der Baustelle begrüssen durfte. «Das ist derzeit die grösste Baustelle des Kantons. Und dies betrifft nicht nur die Grösse, sondern auch die Investition», erklärte er. Der Kanton Aargau investiert rund 100 Millionen Franken in die Umfahrung, die Sins vom Durchgangsverkehr entlasten soll. Die Gemeinde beteiligt sich mit rund zehn Millionen Franken an den Kosten.

Dass die Umfahrung dringend nötig ist, das zeigt das tägliche Verkehrsaufkommen von 25'000 Fahrzeugen deutlich auf. In der Oberfreiämter Gemeinde treffen die beiden Nord- Süd- Hauptverkehrsachsen des Bünz- und Reusstals aufeinander. Die Gemeinde ist seit Jahrzehnten vom Durchgangsverkehr betroffen.

Verkehrsdirektor Stephan Attiger auf der Baustelle: Der Umfahrungstunnel in Sins ist jetzt schon mehr als zur Hälfte zugedeckt.

Verkehrsdirektor Stephan Attiger auf der Baustelle: Der Umfahrungstunnel in Sins ist jetzt schon mehr als zur Hälfte zugedeckt.

Zwei Turbokreisel, eine Brücke und ein Tunnel

Doch das wird sich im Herbst 2021 ändern. Dann soll der 912 Meter lange Tunnel, der Sins südwestlich umfährt, in Betrieb genommen werden. Regierungsrat Attiger und Projektleiter Büttiker nutzten am Dienstag die Gelegenheit, aufzuzeigen, wie weit die Arbeiten fortgeschritten sind. Bereits im letzten Jahr konnte die Velo- und Fusswegüberführung Schürmatt beim Kreisel Eichfeld zur Benutzung freigegeben werden. Die Arbeiten am sogenannten Turbokreisel Eichfeld sind zu 80 Prozent fertiggestellt. «Der Verkehr wird zweispurig geführt, dies ermöglicht eine Leistungssteigerung», so Büttiker. Am anderen Ende des Tunnels, im Bereich der Lindmühle, wird der Kreisel Bachtal realisiert. Auch er ist ein Turbokreisel, der eine zweispurige Zufahrt mit dem Tunnel verbindet. Tunnel und Kreisel verbindet die Bachtalbrücke, die eine Spannweite von 33 Metern aufweist und den Sinserbach auf einer Höhe von rund sieben Metern quert.

Ein Augenschein auf der weitläufigen Baustelle zeigte die Dimensionen des Bauwerkes eindrücklich auf. Noch schlängelt sich der Tunnel Letten durch die grüne Wiese.

Aarauerstrasse schon bald verkehrsberuhigt

In einigen Wochen aber wird das Bauwerk überdeckt sein. Ein Teil des Aushubes kann wieder verwendet werden. Dies spart zahlreiche Lastwagenfahrten ein. Überhaupt ist das Projekt darauf angelegt, «einen Gewinn für den Verkehr, die Siedlung aber auch für die Natur und Umwelt zu schaffen», so Attiger. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Sanierung der Aarauerstrasse in Angriff genommen. Man will den Durchgangsverkehr von der Strasse verbannen. Dazu beitragen soll unter anderem die Strassenraumgestaltung mit Bäumen. Während sich Projektleiter Büttiker darüber freute, dass die Arbeiten sieben Monate Vorsprung auf den Bauplan haben, freute sich Regierungsrat Attiger, dass von diesem imposanten Bauwerk alle profitieren, «nicht nur der Verkehr.»

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