«Nein, von einem Rückzug des Baugesuches für den Ersatz der alten Post am Wohler Postplatz kann keine Rede sein», erklärt Architekt Urs Müller zu Gerüchten, die dieser Tage aufgekommen sind. Richtig sei vielmehr, sagt Müller, dass die Bauherrin, die Zeughaus Immobilien AG, Lenzburg, das Baugesuch sistiert habe.

Das bedeute, dass sich die Verwaltung zurzeit nicht aktiv mit dem laufenden Verfahren beschäftige. An der Absicht der Zeughaus Immobilien AG, am Postplatz anstelle der 1868 erstellten alten Post ein auf 11 Mio. Franken veranschlagtes Wohn- und Geschäftshaus mit Laden und 28 Wohnungen zu errichten, habe sich jedoch nichts geändert.

Gespräche mit Einwendern

Das Baugesuch ist im Januar öffentlich aufgelegen. Es habe verschiedene Einwendungen dazu gegeben. Man werde jetzt mit den Einsprechern das Gespräch suchen und über die umstrittenen Details im Projekt reden: «Das ist für uns ein übliches Vorgehen, das wir auch beim Projekt ‹Bäckerei Kuhn› auf der gegenüberliegenden Strassenseite mit Erfolg gewählt haben», erklärt Urs Müller.

Für dieses Projekt, das ebenfalls die Zeughaus Immobilien AG initiiert hat, liegt schon länger eine rechtskräftige Baubewilligung vor, mit der Realisierung soll im Laufe dieses Jahrs begonnen werden.

Denkmalschutz hat Einwände

Zum Inhalt der Einwendungen und zu den dabei kritisierten Projektdetails will sich der Architekt im laufenden Verfahren aus verständlichen Gründen nicht äussern. Er sei jedoch zuversichtlich, dass man mit den Einwendern den Weg finden werde.

Öffentlich gemacht hat seine Vorbehalte gegen das Projekt der Aargauer Heimatschutz (AHS). Aus seiner Sicht, teilt er mit, hätten unter anderem folgende Punkte Anlass zur Intervention gegeben: «Der AHS ist der Meinung, dass das alte Postgebäude eine grosse ortsbauliche Prägnanz besitzt und in seinem Erscheinungsbild den Standort prägt.

Weiter vermag der geplante sechsgeschossige Neubau architektonisch in seiner wenig strukturierten Gestaltung nicht zu überzeugen.» Das nicht zurückversetzte Attikageschoss mache den Neubau besonders wuchtig, und es gehe nicht an, die von der Bau- und Nutzungsordnung geforderten Freiräume und Spielplätze über eine Ausnahmebewilligung wegzubedingen. Der AHS beantrage, die ortsbauliche Situation mit alter Post und allfälligem Neubau durch ein unabhängiges Fachgutachten untersuchen und beurteilen zu lassen.

Dazu ist zu bemerken, dass es sich beim ehemaligen Postgebäude am Postplatz zwar tatsächlich um ein historisches Gebäude handelt, das in seinen Grundzügen 1868 erbaut worden ist. Die alte Post steht aber weder unter Denkmal- noch unter Heimatschutz.