Bremgarten

Nicht alle Asylbewerber kapieren die Bestimmungen beim Zugfahren

Manche fahren schwarz: Asylbewerber in der Unterkunft in Bremgarten.

Manche fahren schwarz: Asylbewerber in der Unterkunft in Bremgarten.

Betrieb der Asylunterkunft läuft im Grossen und Ganzen gut, hiess es an einer Infoveranstaltung. Auch wenn die gemeldeten Delikte von Asylbewerbern im November zugenommen haben. Ein weiteres Thema war der Alkoholkonsum.

121 Tage nach der Eröffnung der Bundesunterkunft für Asylbewerbende in Bremgarten ziehen die Behörden eine mehrheitlich positive Bilanz. Aber man merke, dass mehr Nordafrikaner in der Unterkunft lebten, die zum Teil Probleme machten, sagte der Bremgarter Stadtammann Raymond Tellenbach an einer Informationsveranstaltung vor 50 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Tatsächlich haben polizeilich gemeldeten Delikte im November zugenommen, was allenfalls damit zusammenhängt, dass einige Asylbewerber bereits den Wegweisungsentscheid erhalten haben, vermutete Astrid Willimann vom Betreuungsteam.

Rädelsführer herausgenommen

Mit den Vorfällen befasse sich vor allem die Kantonspolizei. Die Rädelsführer wurden aus dem Zentrum entfernt, um Ruhe hineinzubringen. Michael Dürst von der BDWM teilte mit, dass in der Bahn einige Asylbewerber als Schwarzfahrer festgestellt wurden. «Wir informieren die Asylbewerber über die Bestimmungen beim Zugfahren. Aber nicht alle kapieren sie», stellte Astrid Willimann fest.

Eine Frau erzählte von stockbetrunkenen jungen Männern in der Stadt, welche sie dem Asylzentrum zuordnete. «Der Stadtrat kann den Alkoholkonsum in der Stadt nicht verbieten», meinte Tellenbach. Wenn die Asylbewerber aber dadurch den Betrieb in der Unterkunft stören, werden sie im «Besinnungscontainer» abgesondert und im Wiederholungsfall mit der Kürzung des Sackgeldes und des Urlaubs sanktioniert, erklärte Herbert Schraner vom Bundesamt für Migration. Im Zentrum selbst gilt das Alkoholverbot.

127 Menschen im Zentrum

Im Bundeszentrum leben heute 104 Männer und 23 Frauen, zum Teil mit Kindern, vor allem aus Eritrea, Nigeria, dem Kosovo, Algerien, Marokko und Afghanistan. 15 Prozent der Asylbewerber sind untergetaucht, was dem Erfahrungswert entspricht.

Die allermeisten Asylbewerber halten die Hausordnung ein. Sie beteiligen sich zum Teil an der Haushaltarbeit und den zugewiesenen gemeinnützigen Verrichtungen, erläuterte Bernadette Sutter, die als Stadträtin für das Asylzentrum zuständig ist. Private könnten die Asylbewerber aber nicht fürs Holzspalten oder so engagieren, meinte sie auf eine Frage aus dem Publikum.

Erfreulich fällt die Bilanz auch für die Bremgarter Sozialdiakonin Marie-Eve Morf aus, welche die Menschen im Zentrum seelsorgerisch betreut. «Schwierig wird ein Gespräch dann, wenn der Wegweisungsentscheid eingetroffen ist», meinte sie.

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