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Neun Freiämter Bibliotheken bieten bald E-Books an - Mahnungen gibts dabei keine

Die Freiämter Bibliotheksleiterinnen mit E-Books: Karin Brändli (Muri), Ursula Vanal (Bremgarten), Lisa Frei (Arni), Astrid Schör (Zufikon), Caroline Jordi (Mutschellen), Stefanie Iten (Sarmenstorf), Brigitta Loher (Wohlen), Karin Züger (Merenschwand) und Heidi Hasler (Villmergen), von links aw

Die Freiämter Bibliotheksleiterinnen mit E-Books: Karin Brändli (Muri), Ursula Vanal (Bremgarten), Lisa Frei (Arni), Astrid Schör (Zufikon), Caroline Jordi (Mutschellen), Stefanie Iten (Sarmenstorf), Brigitta Loher (Wohlen), Karin Züger (Merenschwand) und Heidi Hasler (Villmergen), von links aw

Neun von elf Freiämter Bibliotheken bieten ab dem 14. März E-Books an. Die Vorteile sind vielseitig: Man kann sich direkt aus dem Urlaub oder von zu Hause Bücher ausleihen, die nach 14 Tagen wieder gelöscht werden, und man muss nicht schleppen.

Oh Schreck! Man liegt im Liegestuhl am Strand und blättert gerade die letzte Seite des Krimis um – die anderen beiden im Gepäck sind auch schon gelesen. Was nun? Keine Panik, dafür gibts die Freiämter Bibliotheken. Denn ab dem 14. März hat man diese überall dabei.

Ab dann können rund um die Uhr online E-Books ausgeliehen werden. Dafür brauchts nur drei Dinge: eine Bibliotheksmitgliedschaft, Smartphone, Tablet, PC oder E-Book-Reader und Internet. «Auch wenn einem Daheim die Bücher ausgehen, kann man in einer Minute eines herunterladen», ist Stefanie Iten, Bibliotheksleiterin Sarmenstorf, begeistert.

Ausserdem muss man die Bücher nicht zurückbringen und erhält keine Mahnungen, denn nach 14 Tagen werden sie automatisch vom Gerät gelöscht.

Warten muss man trotzdem

Doch wer denkt, nun habe das Warten auf Bestseller und ausgeliehene Bücher ein Ende, irrt sich. «Der E-Book-Verband muss für jedes Buch beim Verlag eine Lizenz lösen», erklärt Brigitta Loher, Leiterin der Gemeindebibliothek Wohlen.

«Bei Bestsellern können XXL-Lizenzen von bis zu 25 Stück pro Buch gekauft werden, bei allen anderen Büchern sind nur wenige erhältlich – genau wie bisher in der Bibliothek. Und wenn sie sich gerade ein anderer heruntergeladen hat, muss man 14 Tage warten.»

Aufs Mal kann man sechs E-Books ausleihen. «Wir empfehlen aber, immer nur ein oder zwei Bücher zu laden. Denn ob man sie liest oder nicht, sie bleiben für alle anderen zwei Wochen gesperrt», so Caroline Jordi, Bibliothek Mutschellen.

Neun von elf Freiämter Bibliotheken treten gemeinsam dem E-Book-Verband Ebookplus bei. Für die kleinen Bibliotheken Niederwil und Dottikon sei das zu teuer, immerhin bezahlt jede Bibliothek jährlich etwa 1000 Franken an den Verband.

Frauen über 45 Jahre

Nicht etwa die junge Generation ist die Zielgruppe der neuen E-Book-Kampagne der Bibliotheken. «Vor allem Frauen über 45 wollen wir damit ansprechen», hält Loher fest. Sie selbst hat die E-Book-Reader ausprobiert. «Ich hätte nie gedacht, dass mir das gefallen könnte. Aber gerade nachts im Bett ist es sehr bequem, der Reader ist leicht und man braucht dank Hintergrundbeleuchtung keine Lampe anzumachen.»

Tagsüber lese sie nach wie vor lieber Bücher in Papiervariante. Lisa Frei, Bibliothekarin in Arni, fügt hinzu: «Ein grosser Vorteil sind die E-Books auf Reisen, die Reader passen in jede Tasche und sind ganz leicht.»

Dass ihre Bücher in Papierformat nun in den Gestellen vermodern, weil alle Kunden auf E-Books umstellen, befürchten die Bibliothekarinnen nicht. «Was in 20 Jahren sein wird, werden wir sehen. Aber momentan ist es ein Bedürfnis für einige Kunden, E-Books zu lesen, darum bieten wir das an», sind sich Ursula Vanal (Bremgarten) und Astrid Schör (Zufikon) einig.

Die E-Book-Abos, die für Bibliotheksmitglieder gratis sind, werden aber nur an Erwachsene herausgegeben. «Wenn die Eltern ihren Kindern das Herunterladen erlauben wollen, ist uns das recht. Aber wir wollen nicht dafür verantwortlich sein, welche Bücher, Filme oder Hörbücher sich die Kleinen herunterladen», erklärt Brigitta Loher.

Mehr Infos finden Sie auf den Bibliothekswebsites oder www.ebookplus.ch

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