Villmergen
Neues Zuhause und ausgebautes Angebot: Die Spitex ist «am Puls» der Zeit

Die Spitex zieht in neues Gebäude und passt ihre Dienstleistungen neuen Bedürfnissen an.

Nora Güdemann
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Dieser Neubau im Villmerger Zentrum wird 2017 von der Spitex, einer Gruppenpraxis und einer Apotheke bezogen. Nora Güdemann

Dieser Neubau im Villmerger Zentrum wird 2017 von der Spitex, einer Gruppenpraxis und einer Apotheke bezogen. Nora Güdemann

Nora Güdemann

Dass die Spitex nur zu den Leuten nach Hause kommt, ist Geschichte. Veränderte Bedürfnisse im Gesundheitswesen bringen ständige neue Herausforderungen mit sich, so auch für die Spitex Villmergen und Umgebung. Im Frühjahr zieht diese um, mitten ins Zentrum der Gemeinde. Im momentan noch im Bau befindlichen Gesundheitszentrum «Am Puls» hat die Spitex passende Räumlichkeiten gefunden, um die Dienstleistungen der Spitex auszubauen und anzupassen.

Verbesserte Hilfeleistung

Geplant ist im neuen Stützpunkt ein Ambulatorium, in welchem unter anderem Wundversorgungen, ausgeführt von einer Wundexpertin, angeboten werden: «Nach Operationen werden die Leute immer früher entlassen und müssen früher wieder anfangen zu arbeiten. Und das mit noch teils offenen Wunden. Beim Ambulatorium kann man beispielsweise vor der Arbeit vorbeikommen und sich die Wunde professionell versorgen lassen», erklärt Geschäftsführerin Karin Lachenmeier. Zudem ist die Einrichtung einer Beratungsstelle vorgesehen. «Das Bedürfnis nach kompetenter Beratung wächst. Vor allem die Gruppe pflegender Angehöriger muss unterstützt werden. Ohne sie würde unser Gesundheitssystem zusammenbrechen.» Aber auch bei Themen wie Demenz oder der Pflege von jungen, beispielsweise verunfallten Personen, sei das Informationsbedürfnis hoch, Tendenz steigend. Die neuen Räumlichkeiten im «Am Puls» bieten mehr Platz für Gespräche, Informationsvermittlung und ambulanter Hilfe, als der jetzige Stützpunkt am Dorfplatz 9. Das Gesundheitszentrum wird neben der Spitex von einer Gruppenpraxis, mit fünf Ärzten, und einer Apotheke bezogen. Das führe laut Lachenmeier zu einer Optimierung der Schnittstellen: «Medikamente beziehen wir aus der Apotheke, Kranke können wir zur Diagnose gleich an die Praxis verweisen. Da sich alles unter dem gleichen Dach befindet, beschleunigt, vereinfacht und verbessert sich der Ablauf der Hilfeleistung.» Zukunftsvisionen seien ausserdem die Einrichtung einer Podologiebehandlung oder einer Mutter-Vater-Betreuung.

Personelle Veränderungen plant die Spitex, trotz veränderten Dienstleistungen, keine: «Es wird keine Neuanstellungen geben. Wir werden das bestehende Personal weiterbilden.» Das Team sei dynamisch, ausserdem erhöhe der neue Stützpunkt die Flexibilität der Mitarbeitenden. Momentan beschäftigt die Spitex Villmergen 15 Krankenpflegerinnen und -pfleger auf Fachhochschul- und Hochschulniveau, sowie zwei Lernende: «Der Pflegeberuf besteht aus der Herzlichkeit und Menschlichkeit, aber auch sehr viel Know-how und Wissen. Durch die gute Ausbildung wird professionelle Pflege garantiert.» Letztes Jahr bestand die Spitex die Qualitätsprüfung durch ein externes Audit und auch in Zukunft soll die Qualität an erster Stelle stehen. «Die Spitex hat noch Kapazität. Momentan steht die Zusammenarbeit mitweiteren Gemeinden zur Diskussion», sagt Lachenmeier. «Der Umzug in den neuen Stützpunkt und die damit verbunden Änderungen haben aber vorerst Priorität.» Im Mai 2017 wird das Gesundheitszentrum mit einem Fest eröffnet und damit auch der Name der Spitex Villmergen in «Am Puls» geändert.