Was sich bei der Post schon lange bewährt, hat jetzt auch auf der Gemeinde Einzug gehalten. Seit dem 8. Januar spuckt der Ticketautomat im Eingangsbereich per Knopfdruck eine Nummer aus, die dem informationsbedürftigen Einwohner sagt, bei welchem Schalter er sein Anliegen vorbringen darf.

Die Einwohner von Wohlen müssen sich gleich zu Anfang ihres Gemeindebesuches entscheiden, ob sie die Einwohnerkontrolle, die Regionalpolizei oder die unentgeltliche Rechtsauskunft aufsuchen möchten. Das neue Ticketingsystem ist vorerst mal als Pilotprojekt gedacht und dessen Nutzen wird jetzt im täglichen Umgang geprüft.

Ziel dieses Triagesystems ist es, die Publikumsströme kundengerecht zu lenken. Ein weiterer Effekt, der dabei erzielt wird, ist, dass die Bewegungen der externen Personen auf den Gängen der einzelnen Etagen im Gemeindehaus reduziert werden. «So kann mit einem geringen Aufwand einerseits die Sicherheit gesteigert und andererseits für die Kundschaft sowohl die Orientierung im Gemeindehaus als auch die Diskretion an den Schaltern verbessert werden», wie Gemeindeschreiber Christoph Weibel erklärt.

Weibel lädt die Kundschaft ein, sich zum neuen System zu äussern. Nach der Anlaufphase wird voraussichtlich im März eine erste Auswertung der Rückmeldungen vorgenommen. Bis jetzt läuft alles rund, durch vorgängige Tests der Systemtechnik konnten Störungen in der Startphase vermieden werden.

Schaffung eines Gemeindebüros

Eine etwas verunsicherte Einwohnerin, die zum ersten Mal auf den Knopf drückt, sagt: «Das ist alles neu für mich, ich muss mich erst daran gewöhnen.» Die neue Regelung schafft aber dennoch Klarheit und verhindert unnötige Leerläufe. Damit ist die Neuerung auch für die Gemeindemitarbeiter ein Gewinn fürs Tagesgeschäft. In den ersten zwei Wochen seit Projektstart wurde der Ticketknopf rund hundert Mal pro Tag betätigt.

«Sollte sich das Ticketingsystem bewähren, dann planen wir, dieses in einem weiteren Schritt auf sämtliche Schalter im Gemeindehaus auszudehnen. Dabei ist dann die Schaffung eines zentralen Gemeindebüros miteinzubeziehen», ergänzt Christoph Weibel. So wie zum Beispiel die Städte Aarau und Baden ein Stadtbüro führten, sei in Wohlen ein Gemeindebüro geplant. Das genaue betriebliche Konzept dafür sei noch nicht festgelegt. Die Aufgabe dieser zentralen Anlaufstelle bestehe darin, der Mehrzahl der Kundenbedürfnisse direkt zu entsprechen.

Dadurch werde einerseits der Dienst an der Kundschaft gesteigert, andererseits würden die einzelnen Verwaltungsabteilungen entlastet, womit die Effektivität und Effizienz der Verwaltung weiter gesteigert werden könne. Das neue System sei flexibel und könne jederzeit Rücksicht auf neue Bedürfnisse nehmen, die im Laufe der Zeit auftauchten. Anfang Februar wird in der Eingangshalle noch eine neue Wartezone mit Sitzgelegenheiten eingerichtet, zwei Grossbildschirme für Ticket– bzw. Kundenaufrufe und Informationsträger.