Niederwil
Neues Projekt des Seniorenrats unterstützt hilfsbedürftige Niederwiler

Der Niederwiler Seniorenrat startet am 1. November das Projekt «Ned elei i eusem Dorf». Bisher haben sich 14 Freiwillige gemeldet. Sie unterstützen unter dem Signet Hilfsbedürftige in alltäglichen Situationen.

Sarah Künzli
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Eine Spitexmitarbeiterin besucht einen Klienten. (Symbolbild)

Eine Spitexmitarbeiterin besucht einen Klienten. (Symbolbild)

Keystone

Wäsche bügeln, Unkraut jäten und Einkäufe erledigen. Nicht für jeden sind diese regelmässigen Tätigkeiten ein Klacks. Deswegen wird in Niederwil ein Dienstleistungsprogramm angeboten, um Senioren und Leuten mit Behinderungen zur Hand zu gehen. Unter dem Namen «Ned elei i eusem Dorf» startet das Projekt des Seniorenrates am 1. November.

14 Freiwillige sind es bisher, die ab kommendem Monat hilfsbedürftige Dorfbewohner unterstützen wollen. Die meisten von ihnen seien ebenfalls im Pensionsalter, es gäbe aber sogar eine Helferin, die erst 16 Jahre alt sei, sagt Alois Riner vom Seniorenrat. Von Fahrdiensten, über Mittagessen kochen bis hin zu handwerklichen Tätigkeiten können die Freiwilligen alles bieten – auch einfach ein bisschen Gesellschaft leisten liege drin.

So soll ermöglicht werden, dass die Leute möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden bleiben können. Eine Art betreutes Wohnen also. Die Zahl von 14 Freiwilligen seien für den Start des Projektes ausreichend, sagt Riner.

Nachfrage dürfte mit der Zeit wachsen

Alle Dienstleistungsangebote können gedeckt werden. «Ich denke nicht, dass wir gleich am Anfang mit Anfragen überrennt werden», mutmasst Riner.

Spitex: «Das Projekt ist eine gute Sache»

Die Dienstleistungen, die der Niederwiler Seniorenrat mit dem Projekt «Ned elei i eusem Dorf» anbieten will, scheinen auf den ersten Blick denjenigen der Spitex zu gleichen. Obwohl hygienische und medizinische Dienstleistungen nicht zum Angebot des Projekts gehören. Die Spitex von Niederwil/Nesselnbach und Fischbach-Göslikon sieht das Projekt «Ned elei i eusem Dorf» aber nicht als Konkurrenz zu ihren eigenen Angeboten. Ganz Im Gegenteil: «Wir finden das Projekt eine sehr gute Sache», sagt Rita Stierli von der Spitex auf Anfrage der az. «Wir von der Spitex können nicht alle Bedürfnisse abdecken.» Somit bestärkt sie die Aussage von Alois Riner vom Seniorenrat, der das Dienstleistungsangebot als Ergänzung zu den bestehenden Angeboten sieht. «Wir empfehlen unseren Kunden sogar das Projekt, denn Hilfe untereinander ist immer gut», sagt Stierli. Damit hat das Projekt des auch den Segen der Spitex, die jahrelange Erfahrungen mit Dienstleistungen solcher Art hat. (sah)

Andere Gemeinden, die ähnliche Projekte gestartet haben, hätten aber die Erfahrung gemacht, dass die Nachfrage mit der Zeit zunehmen würde. «Wir wären froh, wenn wir dann mehr Freiwillige hätten.»

Die Anmeldungen für die Dienstleistungen werden telefonisch entgegengenommen. Im Normalfall solle man sich zwei Tage vorher melden, damit alles koordiniert und organisiert werden könne. Das Angebot ist für die Dorfbewohner in Niederwil gedacht. «Natürlich würden wir eine Anfrage aus Fischbach-Göslikon nicht gleich abschmettern. Es wäre schön, wenn sich von dort auch einige Leute dem Projekt anschliessen würden», so Riner.

Einmalige Einsätze sind kostenlos

Er ist gespannt, wie das Projekt anlaufen wird. «Ich hoffe alle Leute melden sich, die froh um Hilfe wären.» Es sei dem Seniorenrat wichtig, ein Angebot zu haben, das für die Leute kostengünstig sei, sagt Riner. Für kleinere, einmalige Dienstleistungen, müsse man aus diesem Grund nichts zahlen. Zehn Franken pro Stunde werden der Kundschaft hingegen bei längeren Einsätzen verrechnet.

Das Projekt sei auf keinen Fall eine Konkurrenz für die Dienstleistungen der Spitex oder des Schweizerische Rotes Kreuz (SRK): «Unsere Dienstleistungen ergänzen das ganze bestehende Angebot», sagt Riner (siehe Box). So werden vom Niederwiler Projekt beispielsweise keine Personen ins Spital transportiert. Dies sei Aufgabe das SRK.

Auch medizinische und hygienische Dienstleistungen wie diejenigen der Spitex stehen nicht im Angebot. Hingegen erledigen die Freiwilligen von «Ned elei i eusem Dorf» während eines Arztbesuches des Kunden die Einkäufe.