Stützpunktleiterin Corinna Ganzoni ist überzeugt, dass Spitex + eine wichtige Ergänzung zu den gesetzlichen Mindestleistungen darstellt: «So kommen pflegende Angehörige auch einmal zu einer Pause. Sie kommen mal aus dem Haus, können andere Leute treffen, ihrem Hobby nachgehen oder einfach einmal Zeit für sich selber haben. Alleinlebende Menschen ohne Angehörige können sich von Spitex +-Mitarbeitern bei alltäglichen Besorgungen begleiten oder für Aktivitäten bei sich zu Hause besuchen lassen.»

Es geht bei Spitex + genau um die Zeit, die im Mindestangebot der Spitex nicht enthalten sein kann, weil es sich dabei nicht um eine professionelle Pflegedienstleistung handelt. Darum ist es auch nicht Fachpersonal aus den Bereichen Pflege oder Hauswirtschaft, das für Spitex + unterwegs ist, sondern vier Fahrer des Mahlzeitendienstes, die man täglich, von 8 bis 22 Uhr, in Doppelstunden zu 64 Franken buchen kann. «Einzelne Stunden lohnen sich nicht», sagt die Leiterin Finanzen und Administration, Anita Schüepp, «denn dafür wäre der Aufwand zu gross.»

Natürlich kann man auch mehr als eine Doppelstunde buchen. Unter dem Strich muss das neue Angebot für die Spitex einfach kostendeckend sein. Verdienen will sie daran nicht, sondern konkurrenzfähig bleiben. Das grosse Plus von Spitex + ist die Zeit, die Angehörige von Pflegebedürftigen oder auch alleinlebende Menschen von der Spitex Bremgarten Eggenwil Zufikon erhalten. Das neue, ergänzende Leistungsangebot ist vorerst als Pilotprojekt in den Dienstleistungskatalog der Pflegeprofis an der Reuss aufgenommen. «Nach eineinhalb Jahren entscheidet dann der Vorstand, ob Spitex + ein fester Bestandteil unseres Angebots wird. Von da an können auch Menschen von Spitex + profitieren, die noch nicht Klienten von uns sind», erklärte Vorstandsmitglied Barbara Tellenbach an der gestrigen Medienorientierung.

Vorstandspräsident Andreas Bernauer ist stolz, dass die Spitex Bremgarten mit Spitex + ein «Angebot aus einer Hand» machen kann, das Vorbild für die Spitexstützpunkte der ganzen Region sein kann. Vier von 32 Spitexmitarbeitern leisten die Pionierarbeit, alle anderen unterstützen sie dabei.