An der Sammelstelle in Besenbüren herrschte rege Betriebsamkeit. Auf mehreren Tischen stapelten sich Dinge, die zum Mitnehmen einluden. Viele Leute waren gekommen und stöberten eifrig nach Büchern oder Deko-Material. «Heute ist unser ‹Hol und Bring Tag›», informierte Gemeindeammann Mario Räber. Dieser sei eine der Ideen des Dorfes zur Nachhaltigkeit und gleichzeitig eine gute Gelegenheit, dem Ort das Label «Energiestadt» offiziell zu überreichen.

Sichtbar erfreut über das Interesse der Dorfbevölkerung stellte sich Räber ans Rednerpult: «Nachhaltigkeit ist momentan ein wichtiges Thema. Doch was ist mit der Umwelt? Der Klimawandel ist Realität.» Im Jahr 2017 sei es in der Gemeinde zur Sprache gekommen, sich um das Label «Energiestadt» zu bewerben.

Dieses sei ein Leistungsnachweis von Gemeinden, die sich für nachhaltige und kommunale Energiepolitik einsetzen sowie umweltverträgliche Mobilität fördern und auf erneuerbare Ressourcen setzen, so der Trägerverein Energiestadt. Die Grösse der Orte spiele keine Rolle. Ulrich König, Botschafter des Trägervereins, und Werner Leuthard, Leiter Abteilung Energie vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt, zeigten sich sehr angetan vom Engagement des Dorfes.

Sehr engagiert zum Label

Stolz berichtete der Gemeindeammann: «Angeregt von der Bevölkerung haben wir vor ein paar Jahren unsere Mehrzweckhalle mit einer CO2-neutralen Pelletheizung umgerüstet. Unser Strom besteht zu 100 % aus erneuerbaren Energien. Dazu setzen wir auf eine LED-Strassenbeleuchtung.» Die Gemeinde habe also einiges geschafft.

Doch ausruhen werde sie sich darauf nicht, in vier Jahren stehe die Überprüfung des Labels an. Bis dahin gelte es, weitere Massnahmen umzusetzen, wie reduziertes Tempo in den Quartierstrassen. «Umweltthemen betreffen auch die Bevölkerung, deswegen wollen wir an der nächsten Gemeindeversammlung darüber sprechen», so Räber.

«Um eine Energiestadt zu werden, erfolgt eine ausführliche Beurteilung anhand eines Katalogs mit sechs Bereichen. Dazu zählen Ver- und Entsorgung, Mobilität, kommunale Gebäude und Anlagen», teilte der Energieberater Franz Ulrich von der Lindenberg Energie GmbH mit.

Das Label gebe es, wenn 50 % der angeführten Massnahmen erreicht seien. Besenbüren schaffte 57 %. «Und das innerhalb weniger Monate, also sehr schnell», führte Ulrich aus, «das habe ich in so einem Tempo bei noch keiner Gemeinde feststellen können.» Sehr spannend finde er, dass die kleine Gemeinde Kunststoffe separat sammle und entsorge. «So vorbildlich sind viele grössere Städte nicht.»