Grösstes Geschäft an der Gemeindeversammlung Fischbach-Göslikon in knapp zwei Wochen ist die Genehmigung eines Verpflichtungskredits für den Bau eines neuen Gemeindehauses. Dass dieser Zustimmung erhält, ist alles ander als sicher.

Der Gemeinderat versucht mit zwei Massnahmen, möglichst viele Befürworter zu gewinnen: Erstens darf die Versammlung über die Tiefgarage separat abstimmen – ohne die Einstellhalle ist das Projekt 409 000 Franken billiger und kommt dann noch auf 5,531 Mio. Franken zu stehen. Zweitens durften die Kritiker am Freitag an einem Infoabend ihre Fragen direkt an den Architekten und den Gemeinderat richten.

Von dieser Möglichkeit wurde auch rege Gebrauch gemacht. Viele Fragen kamen insbesondere zur Fassade, die aus einem eingefärbten, fast weissen Beton entstehen soll. «Eingefärbter Beton gibt nur Probleme», wurde in mehreren Voten erklärt.

«Es stimmt schon, dass es für den Baumeister eine grosse Herausforderung ist», sagte Architekt Joos Gredig. Man habe aber Erfahrung, auch an grösseren Objekten, gesammelt und sei überzeugt, dass der Baumeister den Anforderungen gewachsen sei.

Auch die Kosten wurden thematisiert, unter anderem im Zusammenhang mit dem Standort. Weil das neue Gemeindehaus am gleichen Ort stehen soll wie das alte, ist ein Provisorium nötig, dass mit 95 000 Franken zu Buche schlägt.

«Der Standort war bereits bei der Ausschreibung des Wettbewerbs so festgelegt. Wir haben uns schon Gedanken darüber gemacht, erachten es aber als den besten Standort», begründete Gemeinderat Guido Schüepp.

Im Neubau werden zwei Zimmer vorläufig leer stehen. «In Zukunft brauchen wir vermutlich mehr Platz für die Verwaltung, unsere Gemeinde wird noch wachsen», so Schüepp.

Einig sind sich wohl die meisten, dass der geplante Neubau im Inneren sehr schön daherkommt. Auch energetisch ist das Gebäude auf dem neusten Stand. Es erfüllt den Minergie-P Standard.

Das ist nicht nur erfreulich, weil die Mehrkosten dafür durch Fördergelder gedeckt sind, sondern auch, weil das alte Gebäude in diesem Bereich in einem sehr schlechten Zustand ist. Es verbraucht rund 8500 Liter Heizöl pro Jahr.

«Über die Betrachtungsdauer von 25 Jahren können wir rund eine viertel Million einsparen, weil das neue Gemeindehaus zehn Mal weniger Energie verbraucht», rechnete Markus Amrein von der Baukommission vor.